Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen an einer Baustelle. © HannoverReporter

Hannover-Misburg: Fünf Blindgänger unschädlich gemacht

Stand: 18.07.2021 18:09 Uhr

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat am Sonntag in Hannover-Misburg fünf Fliegerbomben erfolgreich unschädlich gemacht. Weil eine Bombe zu stark beschädigt war, wurde sie gesprengt.

Bei dem gesprengten Blindgänger handelte es sich um eine britische Fünf-Zentner-Bombe, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Sperrung des Sicherheitsbereichs wurde danach aufgehoben. Die rund 8.750 Bewohnerinnen und Bewohner aus den betroffenen Stadtteilen Misburg-Nord, Misburg-Süd und Anderten konnten im Anschluss zurück in ihre Häuser und Wohnungen.

Drei Fliegerbomben schnell entschärft

Zuvor waren drei Fliegerbomben entschärft worden: eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe und zwei britische Fünf-Zentner-Bomben. Eine Brandbombe hatte sich im Zuge der Aktion als ungefährlich herausgestellt, sie war leer.

Hunderte Einsatzkräfte vor Ort

Die Experten des Kampfmittelbeseitungsdienstes hatten in den Mittagsstunden mit der Entschärfung der mehr als 75 Jahre alten Bomben begonnen. Das Gebiet war zuvor in einem Radius von 1.000 Metern evakuiert worden. Auf die Blindgänger war man durch Auswertung von Luftbildern gestoßen. Für den Stadtteil Misburg ist es bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass Bomben entschärft werden mussten. Insgesamt waren bei der mehrstündigen Aktion rund 615 Kräfte von Hilfsorganisationen, Polizei, Kampfmittelbeseitigungsdienst und Feuerwehr im Einsatz.

Misburg war wiederholt Ziel alliierter Bomber

Erst im Juni und zuvor März waren Blindgänger in Hannover-Misburg erfolgreich entschärft worden. Im Zweiten Weltkrieg waren Misburg und Anderten wiederholt das Ziel der alliierten Luftstreitkräfte. In dem Gebiet lagen mehrere rüstungsrelevante Industrieanlagen. Unter anderem wurden in den Raffinerien der Deurag-Nerag synthetischer Kraftstoff und Spezialschmieröle für die deutsche Wehrmacht produziert. Diese Anlagen wollten die US-amerikanischen und britischen Bomberflotten mit ihren Luftschlägen ausschalten, um so die motorisierten deutschen Streitkräfte bewegungsunfähig zu machen.

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Mitarbeiter vom Kampfmittelräumdienst an einer Verdachtsstelle in der Nähe einer Baustelle. © dpa Foto: Julian Stratenschulte

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.07.2021 | 18:00 Uhr

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