Das Logo der Deutschen Messe auf einem Messegebäude. © NDR

Hannover Messe: Schwerpunkt digitale Produktionsabläufe

Stand: 03.02.2021 19:26 Uhr

Die Deutsche Messe AG hat einen Ausblick auf die kommende digitale Hannover Messe gegeben. Neue Entwicklung im angeschlagenen Unternehmen: Messe-Chef Jochen Köckler soll abgelöst werden.

Zumindest wenn es nach Betriebsrat und Gewerkschaft geht. Beide Gremien sprachen sich jetzt dafür aus, einen Nachfolger für den Vorstandsvorsitzenden zu suchen - um einen Neuanfang an der Spitze zu ermöglichen, wie es heißt. Die Deutsche Messe AG kämpft in der Corona-Pandemie wegen abgesagter Veranstaltungen mit hohen Einnahmeverlusten. Das Unternehmen soll umstrukturiert werden, rund 200 Arbeitsplätze sollen wegfallen.

Rund tausend Unternehmen haben schon zugesagt

Köckler selbst zeigte sich davon am Mittwoch unbeeindruckt. Mit keinem Wort ging er darauf ein, als er die Themen der diesjährigen Hannover Messe vorstellte. Und die wird - nachdem sie ja letztes Jahr komplett abgesagt werden musste - rein digital stattfinden, und zwar vom 12. bis 16. April. Dass sich zu diesem Zeitpunkt auf dem hannoverschen Messegelände rund 70.000 Menschen tummeln - dafür fehle ihm schlichtweg die Phantasie, sagte Messe-Chef Jochen Köckler. Stattdessen wird die Industrieschau ins Netz verlagert. Rund tausend Unternehmen haben sich zur digitalen Hannover-Messe bereits angemeldet.

Eigene Benutzeroberfläche, Konferenzen, digitale Präsentationen

Der Besucher kann sich auf seinem Bildschirm eine eigene Benutzeroberfläche schaffen. Zum Beispiel mit Videos und Konferenzen zu den Themen, die ihn interessieren, und sich dazu mit anderen austauschen. Außerdem werden neue Produkte digital präsentiert. Man sei "blitzgespannt", welche Chancen das für eine hybride Messe der Zukunft biete, sagte Köckler. Denn künftig würden Messen verstärkt zweigleisig fahren - mit Präsenz in den Hallen und mobil über das Internet.

Digitalisierte und automatisierte Produktionsabläufe

Schwerpunkt-Thema der digitalen Hannover Messe mit Indonesien als Partnerland: digitalisierte und automatisierte Produktionsabläufe, zum Beispiel mit Hilfe von Robotern oder künstlicher Intelligenz. Auch die Corona-Pandemie spiele eine Rolle, so Köckler. Die wichtigsten Fragen dabei laut Köckler: "Wie werden sich die Lieferketten verändern müssen, um diese auf zukünftige Krisen vorzubereiten? Wie kann die notwendige industrielle Produktion auch in Krisenzeiten weiterlaufen? Und wie können Industrie-Unternehmen trotz dieser Sanierung langfristig erfolgreich sein?"

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 03.02.2021 | 15:00 Uhr

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