Stand: 18.07.2019 11:35 Uhr

Hannover: Drogenhändlerring gesprengt

Ermittler haben in Hannover bei einer Razzia am Mittwoch unter anderem rund 50 Kilogramm Marihuana sichergestellt.

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ist in Hannover ein Schlag gegen den internationalen Drogenhandel gelungen. Wie die Behörden am Donnerstag in einer Mitteilung angaben, durchsuchten Fahnder am Mittwoch zeitgleich sechs Wohnobjekte in den Stadtteilen Nordstadt, Linden und Stöcken und nahmen neun mutmaßliche Mitglieder (20 bis 36 Jahre) der Drogenbande fest. Bei den Razzien kamen Drogenspürhunde zum Einsatz. Die Ermittler beschlagnahmten rund 50 Kilogramm Marihuana, abgepacktes Kokain in nicht genannter Menge und rund 40.000 Euro Bargeld. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft waren der Mitteilung zufolge seit Monaten hinter der Bande her.

Im Schichtbetrieb organisiert: Drogen rund um die Uhr

Die Drogenhändler sollen in einem Schichtsystem organisiert mit den Betäubungsmitteln gehandelt haben. "24 Stunden, sieben Tage die Woche - die haben quasi einen Rund-um-die-Uhr-Service angeboten", sagte Staatsanwalt Oliver Eisenhauer gegenüber NDR.de. Kunden konnten über drei Telefonnummern die Drogen bestellen und eine zeitnahe Übergabe ausmachen. Gesteuert wurden die sogenannten Läufer von Albanien aus. "Die Läufer reisen in die Bundesrepublik ein, verkaufen eine Zeitlang Drogen und reisen dann wieder aus", erklärte Eisenhauer das System. Kopf der Bande soll ein 40 Jahre alter Mann sein, der "sich derzeit nicht in Deutschland aufhält". Insgesamt ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen 16 Personen.

Mindestens 72.000 Euro Drogen-Umsatz im Monat

Ermittlungen ergaben demnach, dass die Verdächtigen täglich im Schnitt 120 Kokainpäckchen zu jeweils 20 Euro verkauft haben sollen. Von diesen Zahlen ausgehend dürften die Täter, das Marihuana nicht mit eingerechnet, in einem Monat von 30 Tagen allein mit Kokain 72.000 Euro umgesetzt haben - und das über Monate. Wie lange die Polizei ermittelt hat und was mit dem Geld geschehen ist, sagte der Staatsanwalt nicht. "Zurzeit können wir keine Angaben über den Verbleib des Geldes machen." Die Bande soll den Ermittlungen zufolge vor allem in den Stadtteilen Linden, Nordstadt und Mitte agiert haben. Die Beweise sind den Angaben zufolge derart umfassend, dass sechs der neun mutmaßlichen Täter in Untersuchungshaft sitzen. Drei werden heute dem Haftrichter vorgeführt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 18.07.2019 | 13:30 Uhr

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