Stand: 27.11.2019 14:46 Uhr

Hannover: Drei Jahre Haft für Waffensammler

Das Landgericht Hannover hat am Mittwoch zwei Urteile wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und den vorsätzlichen Verstoß gegen das Waffengesetz gesprochen. Der angeklagte 30-Jährige muss für drei Jahre ins Gefängnis. Sein 53 Jahre alter Vater erhielt eine siebenmonatige Bewährungsstrafe, weil er gewusst habe, dass sein Sohn Waffen sammelt, aber nicht weiter überprüft, ob es sich um scharfe Waffen handelt, so der Vorsitzende Richter. Die Polizei hatte im Zimmer des 30-jährigen Mannes mehr als 50 funktionsfähige Waffen, unter anderem Gewehre, Maschinenpistolen, eine Abschussvorrichtung für eine Panzerfaust, rund 3.650 Schuss Munition, etwa 100.000 Euro Bargeld sowie Orden und Fahnen aus der NS-Zeit entdeckt.

Anklage forderte Haftstrafen für Vater und Sohn

Die Staatsanwaltschaft hatte in der vergangenen Woche in ihrem Plädoyer vier Jahre und zwei Monate für den 30-Jährigen gefordert, der Vater sollte für drei Jahre ins Gefängnis. Die Verteidigung hatte für den 53-Jährigen einen Freispruch gefordert.

30-Jähriger gesteht Waffenkäufe

Während des Verfahrens hatte der Sohn zugegeben, die teils verbotenen Waffen gekauft und gehortet zu haben. Auf seinem Computer fanden die Ermittler unter anderem auch das Video des Attentates von Christchurch. Weil zunächst ein Terrorverdacht im Raum stand, ermittelte die Generalstaatsanwaltschaft Celle. Auf konkrete Anschlagspläne gab es dann aber keine Hinweise.

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Der angeklagte Sohn sitzt mit einem Aktendeckel vor dem Gesicht im Gerichtssaal. © dpa Foto: Hauke-Christian Dittrich

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 27.11.2019 | 18:00 Uhr

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