Stand: 04.08.2020 15:20 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Hanebuth-Prozess: Mutmaßliches Opfer schweigt

Frank Hanebuth sitzt neben seinem Anwalt in einem Gerichtssaal im Amtsgericht in Hannover. © Picture Alliance Foto: Julian Stratenschulte
Frank Hanebuth muss sich vor dem Amtsgericht verantworten - ein Urteil wird am Donnerstag erwartet.

Im Prozess gegen Frank Hanebuth, den früheren Boss der hannoverschen "Hells Angels", hat das mutmaßliche Opfer die Aussage weitgehend verweigert. Der Chef einer Autowerkstatt sagte vor dem Amtsgericht Hannover, er könne sich nicht an die Worte erinnern, die bei dem Streit gewechselt wurden. Außerdem habe die Polizei daraus "eine Affäre gemacht". Der 40-Jährige sagte, er sei unsicher, ob er sich im Falle einer Aussage selbst belasten würde. Ein Urteil wird am Donnerstag erwartet.

Widerspruch auch bei möglichem Motiv

Hanebuth und fünf weiteren Männern wird gemeinschaftliche Körperverletzung, Beihilfe zur Nötigung und Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt. Sie sollen im April 2018 das Opfer in Langenhagen (Region Hannover) attackiert haben. Einer der Männer, ein heute 46-Jähriger, soll den Werkstatt-Chef geschlagen haben. Bei dem Vorfall ging es der Anklage zufolge um Mietrückstände in Höhe von 2.500 Euro. Das Opfer sprach dagegen am Dienstag von einem "Konflikt" um seine Ex-Partnerin. Bei dieser habe er Schulden gehabt, ihr neuer Freund habe diese eintreiben wollen. Dabei soll es sich um den 46-Jährigen handeln. Von einem anderen möglichen Hintergrund sprach ein Polizist vor Gericht, der vor mehr als zwei Jahren die Zeugenaussage des Mannes aufgenommen hatte: Der Beamte erklärte, der 40-Jährige habe von Schutzgeldforderungen gesprochen. Er habe glaubhaft, aber ängstlich gewirkt.

Opfer soll zur Schusswaffe gegriffen haben

Auch die Ex-Partnerin des mutmaßlichen Opfers äußerte sich vor Gericht. Sie beschrieb den Kfz-Mechaniker als jemanden, der sie und ihre Tochter über Jahre bedroht habe. Zudem gab sie an, dass der 40-Jährige nach dem Vorfall im April 2018 eine Waffe gezogen und den 46-Jährigen bedroht habe. Auch ein Schuss sei gefallen. Der 40-Jährige räumte dies ein, betonte aber, es sei nicht wegen des Streits geschehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 04.08.2020 | 17:00 Uhr

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