Stand: 16.10.2018 19:09 Uhr

Gutachten: Fahrverbote in Hannover rücken näher

Mehr Nahverkehr, mehr Elektrobusse ein besserer Verkehrsfluss - diese Maßnahmen reichen in Hannover offenbar nicht aus, um die Stickstoffdioxidwerte in der Luft ausreichend zu senken. Das hat ein externes Gutachten ergeben, das am Dienstag im Umweltausschuss der Landeshauptstadt vorgestellt wurde. Es lässt den Schluss zu: Hannover wird wahrscheinlich Fahrverbote prüfen und dann auch beantragen müssen - auch wenn die Landesregierung diese bislang vehement ablehnt. "Wir haben die Verpflichtung dafür zu sorgen, dass die Menschen hier in der Stadt saubere Luft haben", betonte dagegen Hannover Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen.

Gutachter: Andere Maßnahmen reichen nicht aus

Der Gutachter habe an einigen Stellen eine Kombination von bis zu sechs oder sieben Maßnahmen betrachtet. "Aber an den schwierigen Stellen - also der Marienstraße oder der Friedrich-Ebert-Straße, wo viel Autoverkehr herrscht, werden wir voraussichtlich auch durch eine Kombination von vielen Maßnahmen die Grenzwerte nicht einhalten können", sagte Tegtmeyer-Dette.

Fahrverbote? Weil und Althusmann winken ab

Trotz der neuen Erkenntnisse in Hannover bleibt das Land seiner bisherigen Linie treu: Es soll keine Fahrverbote geben, erklärten Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Weder in Hannover noch anderswo in Niedersachsen. Bei Hannovers Umweltdezernentin Tegtmeyer-Dette sorgt diese Haltung für Unverständnis: "Wir müssen die Grenzwerte unterschreiten - und werden gemeinsam mit dem Land schauen müssen, wie wir das tatsächlich erreichen können." Ein bisschen Hoffnung bleibt aber noch. Denn aktuell sinken die gemessenen Schadstoffwerte nach Angaben der Stadt immer weiter. Der genaue Grund dafür ist allerdings nicht bekannt.

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Niedersachsen 18.00 | 16.10.2018 | 18:00 Uhr

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