Stand: 05.02.2019 20:10 Uhr

Grippe: Zahl der Erkrankungen steigt deutlich an

Gerade im Februar haben Grippeerkrankungen Hochkonjunktur - üblicherweise steigt die Zahl der gemeldeten Erkrankungs-Fälle deutlich an. Der Februar 2019 macht dabei wohl keine Ausnahme: In der vergangenen Woche hat die Zahl der Grippepatienten deutlich zugenommen. 396 neue Influenza-Fälle wurden vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) registriert. In der Vorwoche waren es noch 122 Fälle. Insgesamt wurden in Niedersachsen seit Herbst 879 laborbestätigte Influenza-Fälle gemeldet.

Vier Grippetote binnen einer Woche

Das Landesgesundheitsamt hat zudem die ersten Grippetoten dieser Saison registriert. Vier Menschen sind in der vergangenen Woche an den Folgen einer besonders schweren Grippe gestorben. Bis zum 28. Januar hatte das NLGA keine durch Laboruntersuchungen bestätigte Influenza-Todesfälle erfasst. Die Behörde betont in diesem Zusammenhang, dass die Grippe allein selten unmittelbar zum Tod führe, sondern vor allem in Verbindung mit anderen Erkrankungen.

Deutlich mehr positive Proben

Wie stark die Erkrankungszahlen zunehmen, zeigt der Anteil an nachgewiesenen Fällen: 34 Prozent der abgegebenen Proben seien in der vergangenen Woche positiv auf Influenzaviren getestet worden, teilte das Landesgesundheitsamt mit. Zum Vergleich: Vor zwei Wochen lag der Anteil bei 19 Prozent. Ab 20 Prozent spricht man von einer Grippewelle. Angesichts der Zahlen rechnet NLGA-Sprecherin Dagmar Ziehm mittlerweile mit der fünften schweren Grippewelle in Folge, falls sich die Entwicklung der vergangenen Woche fortsetzt. In der vergangenen Grippesaison gab es mehr als 70 Tote.

Wenig Fälle bis Januar

Zunächst hatte es nach einem schwächeren Verlauf der der Grippesaison ausgesehen: Zwischen Herbst und Anfang Januar waren 58 Influenzafälle für Niedersachsen bestätigt worden. Als Gründe dafür galten ein erhöhtes Impfschutzaufkommen und ein besserer Schutz: Seit dieser Saison zahlen die Krankenkassen auch den teureren Vierfach-Impfschutz. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hatte im Herbst zu vermehrter Schutzimpfung geraten. Einzelne Hausärzte hatten daraufhin einen Lieferengpass bemängelt. Weil die Pharma-Unternehmen nicht auf Vorrat produzierten, importierte Niedersachsen nach Angaben des Gesundheitsministeriums rund 135.000 Impfstoff-Dosen aus den Niederlanden.

Impfungen können sich noch lohnen

Das NLGA weist daraufhin, dass Impfungen sich noch immer lohnen können. Das gelte insbesondere für chronisch Kranke und Menschen über 60. Um sich nicht anzustecken, empfiehlt die Behörde, sich möglichst oft und gründlich die Hände zu waschen. Wer sich bereits angesteckt hat, sollte im Bett bleiben und sich auskurieren, hieß es.

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Kranke Frau liegt auf einem Sofa und schnäuzt sich die Nase © Fotolia Foto: Subbotina Anna

Wie gefährlich ist die Grippe?

Eine Grippe verläuft wesentlich schwerer als eine normale Erkältung. Vor allem für ältere Menschen, aber auch für Schwangere und chronisch Kranke, wird eine Impfung empfohlen. (10.11.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 05.02.2019 | 18:00 Uhr

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