Stand: 12.12.2018 20:30 Uhr

Gesundheitsamt: Kein Ebola-Fall in Hannover

Entwarnung in Hannover: Der Verdacht, dass eine Frau aus dem Stadtteil Burg an Ebola erkrankt ist, hat sich nach Angaben des Landesgesundheitsamtes nicht bestätigt. "Die Vermutung ist durch den Bluttest ausgeräumt. Die Frau befindet sich weiter in ärztlicher Behandlung", teilte die Behörde am Mittwochabend mit. Die Frau hatte zuvor wegen hohen Fiebers einen Notarzt gerufen. Sie war vor kurzem aus einem Urlaub in Kamerun zurückgekehrt und hatte selbst die Befürchtung geäußert, an dem lebensgefährlichen Virus erkrankt zu sein.

"Kamerun kein ausgeprägtes Ebola-Gebiet"

Die Frau ist nach Angaben einer Sprecherin der Region Hannover weiter in ärztlicher Behandlung - woran sie erkrankt sein könnte, wollte die Sprecherin aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht sagen. "Nur soviel: Es handelt sich vermutlich um eine Krankheit, an der sich niemand in Hannover anstecken kann", sagte sie NDR.de am Mittwochabend. Die Behörden sagten bereits vor der Entwarnung, es sei sehr unwahrscheinlich, dass es sich bei der Erkrankung tatsächlich um Ebola handele. "Kamerun gehört nicht zu den ausgeprägten Ebola-Gebieten", so die Sprecherin am Montagnachmittag.

Weitere Informationen

Ebola in Niedersachsen: Verdachtsfälle seit 2014

Vier Ebola-Verdachtsfälle gab es seit 2014 in Niedersachsen - und nun einen neuen in Hannover. In allen vier älteren Fällen konnte am Ende Entwarnung gegeben werden. Eine Übersicht. mehr

Untersuchung im Hochsicherheitslabor

Dass die Wohnung von Rettern und Ärzten in Spezialanzügen und Atemmasken untersucht wird, sei ein übliches Vorgehen in solchen Verdachtsfällen. "Spezialkräfte der Feuerwehr Hannover, die sich um die Abwehr von Atomaren, Biologische und Chemischen Stoffen kümmern, unterstützen den Fachbereich Gesundheit bei seiner Arbeit und standen am Einsatzort bereit", teilte die Feuerwehr am Montagabend mit. Der Notarzt hatte den Verdacht dem Gesundheitsamt gemeldet. Die Behörde entsandte eine Ärztin, die eine Blutprobe entnahm. Die Probe wurde dann von Experten des Landesgesundheitsamtes in einem Hochsicherheitslabor untersucht. Hätte sich der Anfangsverdacht bestätigt, wäre die Patientin mit einem eigens für solche Fälle ausgestatteten Rettungswagen in eine Spezialklinik gebracht worden.

Ebola-Epidemie 2014 in Westafrika

Ebola wird über Flüssigkeiten übertragen. Symptome sind hohes Fieber mit Begleitsymptomen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Die Erkrankung kann im schlimmsten Fall zum Tode führen. Pflegekräfte, die mit einem Patienten zu tun haben, bei dem ein begründeter Ebola-Verdacht besteht, müssen Schutzkleidung tragen und auch beim Ausziehen der Kleidung darauf achten, möglichst nicht mit der Außenhaut der Schutzkleidung in Berührung zu kommen. Ebola-Viren hatten 2014 eine Epidemie in Westafrika ausgelöst. Auch in Niedersachsen gab es schon Verdachtsfälle, die sich am Ende aber nicht bestätigt haben.

Stichwort: Ebola

Das Ebola-Virus zählt zu den tödlichsten Erregern der Welt. Das aus Afrika stammende Virus verursacht bei den Infizierten Fieber, Erbrechen, Durchfall sowie innere und äußere Blutungen. Bis Ende Februar 2015 wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation etwa 23.700 Ebola-Patienten in Westafrika registriert, mehr als 9.600 starben an der Epidemie. Die Dunkelziffer liegt nach Schätzungen jedoch weit höher. Am stärksten betroffen sind die Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea.
In den USA starb 2014 nach Angaben des Robert Koch Instituts ein Patient aus Liberia. Zudem gab es im gleichen Jahr in den USA und auch in Europa einzelne Fälle von Ebola-Fieber, wobei sich medizinisches Personal bei der Pflege von Patienten angesteckt hatte. Die Personen überlebten.

Chronik der Ebola-Epidemie in Westafrika

  • Februar 2014: In Guinea bricht die Viruskrankheit aus.
  • April 2014: Das Virus hat bereits etwa 100 Todesopfer gefordert. Auch in den Nachbarstaaten Sierra Leone und Liberia gibt es erste Opfer.
  • Juni 2014: Die Zahl der Todesopfer ist auf 350 angestiegen. Die Epidemie ist laut "Ärzte ohne Grenzen" außer Kontrolle geraten.
  • Juli 2014: Die Behörden haben mehr als 750 Infizierte und mehr als 460 Tote registriert. Ende Juli meldet Nigeria den ersten Infizierten.
  • August 2014: Laut Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es mittlerweile 887 Tote und mehr als 1.600 Infizierte.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 12.12.2018 | 19:30 Uhr

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