Ein Bundeswehrsoldat schaut auf einen Computerbildschirm und hält einen Telefonhörer in der Hand. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Gesundheitsämter erhalten Hilfe bei Corona-Kontaktermittlung

Stand: 20.10.2020 16:34 Uhr

Nachdem das Land den Gesundheitsämtern personelle Unterstützung zugesagt hat, werden jetzt Details koordiniert. Das Deutsche Rote Kreuz hat bereits angekündigt, 600 Helfer zu stellen.

Pro Landkreis könnten fünf bis zehn zusätzliche Helfer gebraucht werden. Das schätzt der Niedersächsische Städtetag, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Es gehe nun darum, herauszufinden, welche Gesundheitsämter wie viel Hilfe benötigten - und ab wann, so ein Sprecher. Denkbar sei, dass dann noch mehr Bundeswehrsoldaten, aber auch Behördenmitarbeiter des Landes einspringen - etwa aus Finanzämtern. Sie könnten Corona-Kontaktpersonen abtelefonieren. Rund 100 Bundeswehrsoldaten sind bereits im Einsatz, um Kontakte nachzuverfolgen.

Zusätzliche Kräfte innerhalb von 24 Stunden

In den Gesundheitsämtern könnten ab sofort auch wieder mehr Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) aushelfen, so ein Sprecher. Sie könnten unter anderem helfen, Soldaten und Landesbeamte einzuarbeiten, heißt es. Zudem werde noch an weiteren Stellen Hilfe zusammengezogen: Die Landesregierung hat das Ziel ausgegeben, dass Gesundheitsdienste innerhalb von 24 Stunden zusätzliche Kräfte bekommen können, zum Beispiel vom Roten Kreuz oder den Johannitern. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der FDP hervor, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Das Land will die Kommunen zudem darin unterstützen, vor Ort die Einhaltung der Corona-Auflagen stärker zu kontrollieren.

DRK stellt 600 haupt- und ehrenamtliche Helfer

Der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat bereits angekündigt, rund 600 haupt- und ehrenamtliche Helfer für die Corona-Kontaktnachverfolgung zur Verfügung zu stellen. 17 niedersächsische DRK-Kreisverbände hätten bereits mit ihren Landkreisen Verträge für eine dauerhafte Unterstützung geschlossen oder vereinbart, Helfer bei Bedarf zu schicken. Die Teams der lokalen Gesundheitsämter arbeiten laut DRK im Drei-Schicht-System mit jeweils neun Personen - und das an sieben Tagen die Woche.

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Scharfe Kritik der FDP

"Es ist skandalös, dass die Gesundheitsämter nach acht Monaten Pandemie immer noch nicht hinreichend ausgestattet sind und sich die Landesregierung bisher nicht an ihre eigenen Beschlüsse hält", sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Stefan Birkner. Die Landesregierung laufe den Entwicklungen hinterher, statt aktiv und vorausschauend gegen dieses Virus vorzugehen, so Birkner. Die FDP hatte in einer Anfrage an die Landesregierung Auskunft über die personelle Ausstattung der Gesundheitsämter im Land gefordert.

Landkreistag: Erfolg hängt von personeller Ausstattung ab

"Ob wir bei der Bekämpfung der Pandemie Erfolg haben, hängt davon ab, ob wir in den Gesundheitsämtern genug Personal haben, um die Kontaktnachverfolgung sicherzustellen", hatte Hubert Meyer, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistags, NDR Niedersachsen nach einem Treffen der kommunalen Spitzenverbände mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Montag gesagt.

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Geänderte Verordnung noch diese Woche

Die von Bund und Ländern vereinbarten Verschärfungen der Corona-Regeln sollen überall, wo es zu größeren Ausbrüchen kommt, schnell umgesetzt werden. Dazu zählen Beschränkungen für private Treffen und eine Ausweitung der Maskenpflicht. Möglichst noch in dieser Woche solle die Corona-Verordnung des Landes entsprechend angepasst werden, damit nicht jede Kommune eine eigene Verfügung erlassen müsse, hieß es weiter. Das Ziel seien einheitliche und gut nachvollziehbare Regeln.

Einigkeit: Kitas und Schulen müssen offen bleiben

Auf dem Treffen waren sich Spitzenverbände mit der Landesregierung auch einig, dass nach den Herbstferien Kitas und Schulen möglichst offen bleiben und Präsenzbetrieb stattfindet. "Die bisherigen Schutzvorkehrungen in den Kitas und Schulen haben sich im Grundsatz bewährt", hieß es. Damit gemeint sei unter anderem das regelmäßige Lüften. Auch die Maskenpflicht im Schülertransport bleibe bestehen.

Delmenhorst verzeichnet Rekord-Neuinfektionszahl

Landesweit lagen am Dienstag sieben Regionen über der Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Sechs weitere überschritten den Sieben-Tage-Wert von 35 neuen Fällen. Die meisten Fälle meldet weiterhin Delmenhorst. Dort gibt es eine Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr. Kontakte sind von nun an stark eingeschränkt.

 

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