Stand: 02.07.2019 15:45 Uhr

General: Piloten hatten "hervorragende" Kompetenz

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Kommandeur Ulrich Ott hob die Erfahrung der Piloten hervor, die am Montag mit einem Hubschrauber abgestürzt waren.

Nach dem Absturz eines Bundeswehrhubschraubers bei Aerzen (Landkreis Hameln-Pyrmont) hat der Kommandeur des internationalen Hubschrauberausbildungszentrums in Bückeburg noch einmal die Erfahrung der beiden Piloten hervorgehoben. Entgegen ersten Informationen vom Montag, wonach eine 25-jährige Soldatin die Pilotin und ein 26-jähriger Soldat der Co-Pilot war, sagte General Ott am Dienstag, dass noch nicht klar sei, wer die Maschine geflogen habe. Dazu müsse erst der Voice-Recorder der Unfall-Maschine ausgewertet werden. Ott sagte zudem, dass beide aufgrund ihrer "hervorragenden fliegerischen Kompetenzen" dafür ausgewählt worden waren, künftig als Fluglehrer an dem Standort zu arbeiten. Bei dem Absturz kam die 25-jährige Soldatin am Montag ums Leben. Der 26-jährige Soldat wurde verletzt. Er sei noch im Krankenhaus und werde psychologisch betreut: "Es geht ihm körperlich gut", so Ott. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. "Wir trauern um unsere Kameradin", sagte Ott.

Zwei Piloten in einem Hubschrauber der Bundeswehr.

Hubschrauber-Absturz: Bundeswehr sucht Ursache

Hallo Niedersachsen -

Nach dem Absturz eines Bundeswehr-Helikopters bei einem Ausbildungsflug in Aerzen, bei dem die 24-jährige Pilotin ums Leben kam, dauert die Untersuchung des Unglücks an.

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Trümmerteile sollen weiter untersucht werden

Ott bestätigte entsprechende Bundeswehr-Angaben vom Montag, wonach der Ort des Absturzes an einer für Tiefflugmanöver festgelegten Strecke liege. "Man kann dort bis zu drei Meter tief an den Boden heranfliegen, muss aber nicht." Die Ermittlungen zur Unglücksursache habe die militärische Abteilung "General Flugsicherheit" aufgenommen. Am Dienstag untersuchten Experten der Bundeswehr weiter Unglücksstelle und Trümmerteile. Die sollen dann geborgen und nach Bückeburg gebracht werden, wo sie weiter untersucht werden sollen. Mit einem ersten Ergebnis rechne er in drei Tagen, sagte Ott. Der Flugbetrieb der Hubschrauber-Flotte in Bückeburg bleibt vorerst ausgesetzt. In den kommenden Tagen soll entschieden werden, ob die Maschinen wieder starten dürfen. All diejenigen, die an dem Unfallgeschehen in irgendeiner Weise beteiligt seien, können von einem Kriseninterventionsteam betreut werden, sagte Ott weiter. Das Team sollte noch am Dienstag in Bückeburg eintreffen.

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Die Unfallstelle auf einem Getreidefeld bei Aerzen wurde weiträumig abgesperrt.
Piloten hatten 450 Flugstunden absolviert

Der Hubschrauber des Typs EC 135 war am Montag gegen 14 Uhr im Ortsteil Dehmkerbrock auf einem Getreidefeld abgestürzt und ging in Flammen auf. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besuchte noch am Abend die Unglücksstelle. Auch sie hob die Erfahrung der Piloten hervor. Mit jeweils 450 Flugstunden gelten beide als erfahren. Die Ministerin sprach der Familie der Pilotin ihr Beileid aus.

Karte: Bundeswehr-Hubschrauber abgestürzt

Sicherheitszone rund um Absturzstelle eingerichtet

Bei den Bürgern bat von der Leyen um Verständnis, dass der Bereich um die Absturzstelle für geraume Zeit abgesperrt bleiben wird. Rund um den Unglücksort wurde ein zwei Quadratkilometer großer militärischer Sicherheitsbereich eingerichtet. Am Rande des Sperrbezirks befindet sich eine eigens eingerichtete Dekontaminierungsstelle. Dort sollen alle Einsatzkräfte behandelt werden. Dabei geht es um Schadstoffe, die beim Brand des Hubschraubers entstanden sind und die nach Angaben eines Feuerwehrsprechers hochgiftig sein können.

Hubschraubertyp gilt als sehr sicher

Bei dem Hubschrauber vom Typ EC 135 T1 handelt es sich Angaben der Bundeswehr zufolge um einen leichten, zweimotorigen Mehrzweckhubschrauber, der vor allem für die Luftrettung und für Überwachungsaufgaben eingesetzt wird. In Bückeburg wird er seit dem Jahr 2000 eingesetzt; die Maschine gilt als sehr sicher. In den vergangenen zehn Jahren habe es nur einen Unfall gegeben - dabei sei aber niemand ums Leben gekommen, teilte die Bundeswehr mit.

Ein Toter bei Eurofighter-Kollision

Erst vor einer Woche hatte es bei der Bundeswehr einen tödlichen Unfall gegeben, als bei Luftkampfübungen über Mecklenburg-Vorpommern zwei Eurofighter zusammengestoßen waren. Ein Pilot war dabei ums Leben gekommen, der Pilot der anderen Maschine hatte sich mit dem Schleudersitz retten können und verletzt überlebt.

Weitere Informationen

25-jährige Soldatin stirbt bei Hubschrauber-Absturz

Beim Absturz eines Bundeswehr-Helikopters bei Aerzen im Landkreis Hameln-Pyrmont ist die 25-jährige Pilotin ums Leben gekommen. Der Co-Pilot wurde verletzt. Die Unglücks-Ursache: unklar. (01.07.2019) mehr

Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.07.2019 | 12:00 Uhr

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