Stand: 16.01.2019 07:37 Uhr

Flughafen Hannover: Streik trifft 10.000 Passagiere

Der Warnstreik des Sicherheitspersonals am Flughafen Hannover hatte weitreichende Folgen: Am Dienstag musste rund ein Drittel der 119 Abflüge und Ankünfte gestrichen werden. Eine Flughafensprecherin sagte, vom 24-stündigen Warnstreik seien in Hannover etwa 10.000 Passagiere betroffen gewesen. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di hatten mehr als 150 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Die Fluggesellschaft Tuifly hatte vorsorglich vier Abflüge aus Hannover-Langenhagen an den Flughafen Paderborn-Lippstadt verlegt. Mittlerweile sei der reguläre Flugbetrieb in Hannover wieder aufgenommen worden, hieß es am Mittwochmorgen von Flughafenseite. Lediglich ein Flieger habe sich noch verspätet.

Auch in Hamburg und Bremen wurde gestreikt

In Hamburg wurden im Vorfeld des Warnstreiks zwei Drittel der geplanten Abflüge gestrichen. Zu Ausfällen kam es auch Bremen, dort wurden 27 von 58 für Dienstag disponierte Flüge abgesagt. Informationen zu den Ankunfts- und Abflugzeiten auf den norddeutschen Flughäfen gibt es auch im NDR Videotext ab Seite 700.

Gewerkschaft will Druck erhöhen

"Uns liegt immer noch kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeberseite vor. Also müssen wir den Druck erhöhen, damit endlich etwas passiert", teilte Verhandlungsführer Peter Bremme von ver.di Hamburg mit. "Sicherheit beim Fliegen ist allen Menschen wichtig. Wer dafür sorgt, sollte für diese verantwortungsvolle und schwierige Arbeit auch fair bezahlt werden." Gerade vor dem Hintergrund immer weiter steigender Passagierzahlen am Hamburger Flughafen und den Ausbauplänen sei eine deutliche Erhöhung des Stundenlohns mehr als verdient, so Bremme.

Flughafenverband verurteilt Warnstreik als "unverantwortlich"

Der Flughafenverband AVD rechnete damit, dass deutschlandweit mindestens 220.000 Passagiere von dem Ausstand betroffen gewesen sein könnten. "Es ist unverantwortlich von ver.di, die Streiks bis zum Exzess auszudehnen", teilte der Verband mit. Die Deutsche Luftverkehrswirtschaft und die Flughäfen warfen der Gewerkschaftsseite Rücksichtslosigkeit zulasten der Passagiere vor.

Nächste Verhandlung am 23. Januar

Im laufenden Tarifkonflikt fordert ver.di für bundesweit 23.000 Beschäftigte an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen eine einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde. "Das ist mehr als gerechtfertigt", sagte ver.di-Sprecher Sascha Tietz NDR 1 Niedersachsen. Die Arbeitgeber lehnen das als zu hoch ab, sie bieten derzeit zwischen 2 und 6,4 Prozent Erhöhung pro Jahr. Beide Seiten wollen am 23. Januar weiter verhandeln. Bisher sind die Stundenlöhne in der Branche regional sehr unterschiedlich geregelt. Vier bisherige Tarifrunden waren ergebnislos geblieben. Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di hatten in der vergangenen Woche bereits indirekt Auswirkungen auf den Flugverkehr im Norden. Weil in Düsseldorf, Köln/Bonn und Stuttgart Beschäftigte der Sicherheitskontrolle am Donnerstag ganztägig die Arbeit niederlegten, wurden Flüge gestrichen. In Hamburg fielen fast 50 Verbindungen aus.

Weitere Informationen

Warnstreik: Leere Flughäfen statt Chaos

Wegen eines Warnstreiks des Sicherheitspersonals sind in Hamburg, Hannover und Bremen Hunderte Flüge ausgefallen. Chaos blieb aber aus, weil die Passagiere darauf eingestellt waren. mehr

Flugausfälle und Verspätungen - was nun?

Immer wieder kommt es zu Flugausfällen und Verspätungen für Reisende. Wann darf man sein Ticket stornieren? Was passiert bei einem Streik, was bei einer Insolvenz? Ein Überblick über die Rechte. mehr

Streik: Auch im Norden fallen Flüge aus

Wegen des Streiks an drei deutschen Flughäfen fielen am Donnerstag auch Verbindungen auf norddeutschen Flughäfen aus. Besonders betroffen war Hamburg.(10.01.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.01.2019 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:21
Niedersachsen 18.00

NDR Radiophilharmonie: Manze dirigiert weiter

22.02.2019 18:00 Uhr
Niedersachsen 18.00
01:54
Hallo Niedersachsen

Sexueller Missbrauch in Lüdge: Beweise sind weg

21.02.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
03:27
Hallo Niedersachsen

Große Bus- und Lkw-Kontrollen auf der A7

21.02.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen