Der Untersuchungsausschuss tagt im Landtag von Nordrhein-Westfalen. © dpa-Bildfunk Foto: Federico Gambarini

Fall Lügde: Jugendamtsleiter gibt bei Befragung Fehler zu

Stand: 20.11.2020 16:00 Uhr

Im Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags, der sich mit den Fällen von Kindesmissbrauch in Lügde befasst, wurde am Freitag der Ex-Leiter des Jugendamts Hameln-Pyrmont befragt.

Das Jugendamt war dafür verantwortlich, dass der spätere Haupttäter zum Pflegevater eines der Opfer wurde. Der ehemalige Jugendamtsleiter gab zu Beginn der Befragung in Düsseldorf eine emotionale Erklärung ab. Der Fall habe ihn, der für den Schutz und das Wohlergehen von Kindern arbeite, bewegt und schockiert, sagte er. Zu Vorwürfen der Aktenmanipulation verweigerte der frühere Amtsleiter die Aussage.

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Keine Aussage zu möglicher Aktenmanipulation

Er selbst habe von dem Fall konkret im Dezember 2018 erfahren, als wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen den Haupttäter ermittelt wurde. Im Rückblick sei es ein Fehler gewesen, dem Mann die Pflegschaft für das Kind zu übertragen. Grundsätzlich bemängelte er, dass es keine festen Strukturen dafür gebe, wie Familienhilfe und Jugendämter länderübergreifend zusammenarbeiten wie in diesem Fall hier Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Bartels legt Attest vor - spätere Aussage?

Der ehemalige Landrat von Hameln-Pyrmont, Tjark Bartels (SPD), ist am Freitag nicht als Zeuge befragt worden. Er habe ein ärztliches Attest vorgelegt, hieß es aus Nordrhein-Westfalen. Der Ausschuss hofft nun auf eine spätere Zeugenaussage des Ex-Landrates.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 20.11.2020 | 17:00 Uhr

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