Stand: 26.01.2018 08:48 Uhr

Extreme Nässe: Bauern kommen nicht aufs Feld

Es ist viel zu nass - und das schon seit Monaten. Besonders auf dem Land macht sich das bemerkbar, wo die Äcker vielerorts kleinen Seen-Landschaften ähneln. Nicht verwunderlich also, dass der viele Regen der vergangenen Wochen vor allem den Landwirten zu schaffen macht. Sie beklagen eine dramatische Entwicklung. "Die Lage ist miserabel für uns", sagt Landwirt Andreas Voss aus Bisperode im Landkreis Hameln-Pyrmont. Einige Flächen seien überhaupt nicht zu erreichen. Andere konnte Voss zwar mit Winterweizen einsäen, aber auch der sehe nicht gut aus: Viele Keimlinge würden nicht durch die verschlammte Bodenschicht kommen und verfaulten durch die ständige Feuchtigkeit.

Saatgut könnte knapp werden

Auch Landwirt Cord Lattwesen aus dem Schaumburger Land klagt: "Uns saufen die Flächen mit Wintergerste ab." Schon jetzt könne man die Ernteschäden absehen. Sein Kollege Karl-Johann Stukenbrock aus Bisperode hofft nun darauf, dass es trockener wird. Dann kann er statt des Wintergetreides Sommergetreide säen. Allerdings sieht er auch in dieser Lösung für manche ein Problem: "Saatgut im Bereich der Sommerkulturen wird knapp sein und natürlich teuer", sagt Stukenbrock. Landwirte, die sich nicht früher gekümmert haben, könnten also das Nachsehen haben oder aber Saatgut von minderer Qualität bekommen. Stuckenbrock hofft, dass für Anfang Februar erwarteter Frost die Äcker befahrbarer macht - denn spätestens Ende Februar müsse das Sommergetreide in die Erde.

Böden bereiten Probleme

Doch noch sind die Böden matschig und kaum befahrbar. Das erfahren nicht nur die Obstbauern im Alten Land, die mit ihren Maschinen nicht an die Bäume herankommen und wo die Baumschneider vielerorts schon seit Wochen im Verzug sind. Auch für die Forstwirtschaft ist der Untergrund ein Problem: "Viele Zufahrtswege sind so, dass wir das Holz gar nicht aus dem Wald bekommen", sagt der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrats, Georg Schirmbeck.

Volle Gülle-Lager

Auch in puncto Gülle gibt es erhebliche Schwierigkeiten. Zwar hat das Land Niedersachsen Ausnahmeregelungen geschaffen und den Bauern erlaubt, die Gülle bereits jetzt auszubringen, obwohl das eigentlich erst ab dem 1. Februar erlaubt ist. Doch Milchviehhalter Hartmut Burmester aus dem Landkreis Lüneburg klagt, dass die Äcker dermaßen durchweicht seien, dass er gar auf sie drauf gelange, um die Gülle loszuwerden. Das Ergebnis: bis obenhin volle Lager.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 25.01.2018 | 17:00 Uhr

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