Der Angeklagte sitzt im Gerichtssaal des Landgerichtes Hannover und hält sich eine Mappe vor das Gesicht. © dpa Foto: Julian Stratenschulte

Ex-Partnerin erstochen? Angeklagter weist Schuld von sich

Stand: 16.02.2021 18:53 Uhr

Ein 59-Jähriger aus Bad Pyrmont muss sich seit Dienstag wegen Mordes vor dem Landgericht Hannover verantworten. Er soll im August das Auto seiner Ex-Partnerin ausgebremst und sie erstochen haben.

Zum Prozessauftakt berief sich der Mann auf Erinnerungslücken. Seine Erinnerung setze erst wieder ein, als er in Polizeigewahrsam war. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, ob er glaube, dass er die 42-Jährige mit seinem Auto zum Halten gezwungen und getötet habe, auch wenn er sich nicht erinnern könne, antwortete der Angeklagte, dass er das nicht glaube. Er habe zuvor viel Wodka getrunken. Mit 2,3 Promille könne er gar nicht fahren.

Stiche ins Herz

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 59-Jährigen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Er soll den Wagen der 42-Jährigen nachts auf einer Landstraße im Landkreis Hameln-Pyrmont ausgebremst, mit einem Hammer die Seitenscheibe eingeschlagen und dann auf sie eingestochen haben. Die Frau flüchtete schwer verletzt aus dem Auto. Laut Anklage erlitt sie mindestens 15 Stich- und Schnittwunden, davon zwei Stiche ins Herz. Sie starb noch am Tatort an massivem Blutverlust. Ein zufällig vorbeifahrender Zeuge fand die blutüberströmte Frau auf der Straße.

Angeklagter bestreitet häusliche Gewalt

Die 42-Jährige hatte ihren Ex-Partner kurz zuvor wegen häuslicher Gewalt angezeigt und war in ein Frauenhaus geflüchtet. Der Angeklagte bestritt vor Gericht zudem, dass es Streit und Gewalt gegeben habe. Der Mann war kurz nach der Tat in seiner Wohnung festgenommen worden. Dort fanden die Beamten blutverschmierte Kleidung. Nach bisherigem Stand soll das Urteil am 19. März fallen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 16.02.2021 | 06:30 Uhr

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