Stand: 04.06.2018 22:02 Uhr

Ermittlungen nach Indoor-Park-Brand in Garbsen

Der Brand eines Sport- und Freizeitzentrums in Garbsen (Region Hannover) hat am Sonnabend nach Angaben der Polizei zu einem Millionenschaden geführt. Das Areal mit mehreren Hallen wurde bis auf die Grundmauern zerstört. Drei Besucher - zwei Frauen und ein sechsjähriges Mädchen - wurden verletzt. Sie kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus. Außerdem erlitt eine Feuerwehrfrau während des Einsatzes leichte Verletzungen. Vier Personen waren noch am Sonnabend vorläufig festgenommen worden. Gegen sie laufen nun Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Ermittlungen gegen vier Arbeiter

Die Polizei vermutet, dass die vier Bauarbeiter einer Firma aus Baden-Württemberg zwischen 22 und 49 Jahren die Verursacher des möglichen Millionenschadens sind: "Wir gehen davon aus, dass das Feuer durch die Schweißarbeiten der vier Männer ausgelöst wurde", sagte Polizeisprecher Mirco Nowak. Die Männer hatten am Nachmittag auf dem Dach des 4.500 Quadratmeter großen Areals gearbeitet. Nach ihrer Vernehmung und in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Hannover wurden sie am späten Abend wieder freigelassen.

Kindergeburtstag gefeiert

Wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte, war der Brand um kurz nach 16 Uhr gemeldet worden. Als die Einsatzkräfte eintrafen, standen bereits Teile des Daches in Flammen. Mitarbeiter der Indoor-Anlage evakuierten das Gebäude, in dem sich unter anderem ein Kinder-Freizeitland, eine Bowlingbahn sowie Soccer- und Tennisplätze befanden. Eine Gruppe von 23 Personen hatte zu diesem Zeitpunkt gerade einen Kindergeburtstag gefeiert. Zahlreiche Rettungswagen fuhren zum Brandort, weil eine große Anzahl von Verletzten befürchtet wurde.

Freizeitpark nicht zu retten

Mehr als 250 Feuerwehrleute aus der Region waren im Einsatz. Trotz sofort eingeleiteter Löschmaßnahmen konnten sie den Gebäudekomplex nicht mehr retten. Die Feuerwehr ließ den Freizeitpark daraufhin kontrolliert abbrennen und konzentrierte sich darauf, ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Gebäude zu verhindern. Von der großen Halle steht so gut wie nichts mehr, sagte Polizei-Sprecher Nowak zu NDR 1 Niedersachsen.

B6 zwischenzeitlich gesperrt

Der Großbrand hatte auch Folgen für Autofahrer: Die Bundesstraße 6 von Garbsen in Richtung Hannover musste zwischenzeitlich gesperrt werden, weil dort die Rettungswagen standen. Es kam zu kilometerlangen Staus. Zudem wurden Drohnen eingesetzt, um den Ausmaß des Brandes beurteilen zu können. Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Löscharbeiten.

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 04.06.2018 | 18:00 Uhr

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