Stand: 01.10.2018 01:00 Uhr

"Ehe für alle": Hannover ist Spitze

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Bundesweit haben sich mehr als 10.000 gleichgeschlechtliche Paare trauen lassen.

Seit einem Jahr ist es für lesbische und schwule Paare möglich, eine Ehe vor dem Standesamt zu schließen. Bundesweit nutzten die von vielen langersehnte und hart erkämpfte "Ehe für alle" seit dem 1. Oktober 2017 mehr als 10.000 gleichgeschlechtliche Paare. Die Stadt in Niedersachsen und Bremen, in der sich die meisten Paare das Ja-Wort gegeben haben, ist Hannover - wo sich laut einer Umfrage der Deutschen Presseagentur 366 Paare trauen ließen. Gefolgt von Bremen mit 291 und Braunschweig mit 177. In fast allen der elf befragten Städte heirateten mehr weibliche als männliche Paare.

Mehr gleichgeschlechtliche Ehen in Großstädten

Der Umfrage nach heirateten homosexuelle Paare erwartungsgemäß häufiger in Groß- als in Kleinstädte. In Orten wie Buxtehude, Uelzen oder Cloppenburg waren nur 2 bis 5 Prozent aller Hochzeitspaare gleichgeschlechtlich, während es in Bremen, Braunschweig oder Hannover zwischen 11 und 16 Prozent waren. Eine Ausnahme: Die Stadt Celle mit 9,4 Prozent gleichgeschlechtlichen Hochzeiten, die mit 69.000 Einwohner prozentual fast auf dem Niveau von Hannover liegt.

Niedersachsens Pioniere heirateten in Hannover

Gleich am 1. Oktober 2017, dem Tag, an dem die gleichgeschlechtliche Ehe möglich wurde, traten einige Paare vor die Standesämter in Niedersachsen. Zwar fiel der Tag auf einen Sonntag, dennoch öffneten in einigen Städten im Land die Standesämter für die Eheschließungen. In Hannover waren es zwei. Eine davon war die von Heinz-Friedrich Harre und Reinhard Lüschow - den Pionieren der "Homo-Ehe" in Deutschland. Bis zu ihrer Eheschließung im Alten Rathaus, zu deren zahlreichen Gratulanten auch Hannovers langjähriger Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) gehörte, hatte das Paar bereits 16 Jahre lang in einer eingetragene Lebenspartnerschaft gelebt - als erstes Männer-Paar bundesweit. Einen Monat nach der Eheschließung jedoch starb Harre nach einer langen Lungenerkrankung.

Von der Lebenspartnerschaft in die Ehe

Den Weg aus der eingetragenen Lebenspartnerschaft, die immer nur ein "Zwischenschritt" für die beiden Männer gewesen ist, in eine Ehe, folgten im vergangenen Jahr viele Paare. In Bremen waren es bislang knapp drei Viertel der 291 "Home-Ehen". In Uelzen lebten zwölf der 15 Paare schon vor ihrer Hochzeit in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

Kommentar
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.10.2018 | 06:00 Uhr

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