Stand: 18.12.2017 18:30 Uhr

Der Steinbruch des Anstoßes im Süntel

Der Süntel ist ein beliebtes Naherholungsgebiet in der Nähe von Hessisch Oldendorf. Ganz in der Nähe liegt ein Steinbruch.

In Langenfeld bei Hessisch Oldendorf (Landkreis Hameln-Pyrmont) gibt es Streit: Die Norddeutsche Naturstein GmbH will ihren dortigen Steinbruch erweitern. Doch seit Jahren schon klagen Anwohner über Lärm und Erschütterungen, wenn im Steinbruch gesprengt wird. Das Gewerbeaufsichtsamt Hannover wird die Pläne des Unternehmens nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen wohl genehmigen. Aber die Proteste der Bürgerinitiative (BI) sind deshalb nicht verstummt, ganz im Gegenteil: In der Online-Petition "Rettet den Süntel" fordern inzwischen fast 7.600 Menschen, das Vorhaben zu stoppen.

"Das ist ungesetzlich"

Der Steinbruch grenzt an das Naturschutzgebiet Hohenstein. An der Grenze ist aber eine Pufferzone vorgeschrieben, in der nicht abgebaut werden darf, so Rainer Sagawe von der BI. Darüber hinaus würde auch ein kleiner Teil eines geschützten Fauna-Flora-Habitat-Gebietes (FFH) verschwinden. "Es scheint ein Einvernehmen zwischen der Abbaugesellschaft wie auch der regionalen Behörden zu geben, diese Schutzzonen außer Kraft zu setzen - und das ist ungesetzlich", so Sagawe weiter. Thoralf Jahn vom Gewerbeaufsichtsamt Hannover sieht das anders. Ein Gutachter habe festgestellt, dass das FFH-Gebiet nicht erheblich beeinträchtigt werde, sagte er. Auch die Norddeutsche Naturstein GmbH verweist auf ihrer Internetseite darauf, dass die 1,4 Hektar große Fläche nur ein kleiner Teil des fast 2.500 Hektar großen FFH-Gebietes sei.

Brief an Minister Lies

Der BI reichen diese Argumente nicht. Ob sie klagen wird, hänge davon ab, was genehmigt werde und was nicht, sagt die Vorsitzende Brigitte Klein. "Sind bei der Genehmigung keine Pufferzonen berücksichtigt und ist das FFH-Gebiet nicht ausgenommen, dann würden das die beiden Hauptpunkte sein, gegen die sich die Klage richten würde", sagt sie. Die BI hat sich in einem Brief an den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies (SPD) gewandt. Aus dem Ministerium hieß es dazu, der Brief sei angekommen - die Kritik werde geprüft.

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