Stand: 26.02.2019 16:58 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Der Prinz wird 65: Alles Gute, Ernst August!

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Die schöne Marienburg bei Hannover ist derzeit Gegnstand des Familienstreits der Welfen.

Dieser Mann lässt sich offenbar nichts gefallen - vor allem nicht, wenn es um seine Privatsphäre geht. Die Mittel, mit denen Ernst August Prinz von Hannover sein Recht auf Privatheit teilweise durchzusetzen versucht, haben dem Welfen allerdings einen zweifelhaften Ruf eingebracht: Er gilt als impulsiver Rüpel, der keine körperliche Auseinandersetzung scheut. Mehrfach ist der Ehemann der monegassischen Fürstentochter Caroline durch Handgreiflichkeiten und verbale Attacken gegenüber Fotografen und Journalisten in Erscheinung getreten. Dabei will Ernst August eigentlich nur eines: in Ruhe gelassen werden. In den letzten Monaten wurde es allerdings wieder turbulent um den Prinzen. Dieses Mal steht der Streit mit seinem Sohn Ernst August junior über den Verkauf der Marienburg im Mittelpunkt des Interesses. Am Dienstag ist er 65 Jahre alt geworden.

Momente im Leben eines Welfen-Prinzen

Gestatten: Ernst August Albert Paul Otto Rupprecht Oskar Berthold Friedrich-Ferdinand Christian-Ludwig

Ein Blick zurück: Ernst August wird als Sohn von Ernst August Prinz von Hannover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, und Ortrud Prinzessin zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg am 26. Februar 1954 in eines der ältesten Adelsgeschlechter Europas hineingeboren. Durch die Adern des Welfen fließt sogar kaiserliches Blut. Sein Großvater war mit der Tochter Kaiser Wilhelms II., Viktoria Luise, verheiratet. Kein Wunder, dass sich seine Eltern bei der Namensfindung für ihren Sprössling keinesfalls mit einem schlichten "Ernst August" begnügen. Sie nennen ihren ersten Sohn Ernst August Albert Paul Otto Rupprecht Oskar Berthold Friedrich-Ferdinand Christian-Ludwig Prinz von Hannover. Der Welfe wächst als zweites von sechs Kindern in der niedersächsischen Landeshauptstadt auf.

"Es wäre schön, wenn er seinen Frieden machen könnte"

Die Journalistin Anne-Kathrin Berger aus Hannover kennt Ernst August Prinz von Hannover seit Langem. Im NDR Interview erinnert sie sich an ersten Begegnungen und blickt auf aktuelle Geschehnisse.

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Landwirt in Kanada und Großbritannien

Ernst August startet seinen beruflichen Weg bodenständig. Er macht eine Ausbildung zum Landwirt in Großbritannien und Kanada. Danach arbeitet er als Geschäftsmann und Produzent von Tier- und Dokumentarfilmen. Als sein Vater 1987 stirbt, wird Ernst August Chef des Hauses Hannover sowie Erbe und Verwalter der nach wie vor erheblichen Besitztümer der Familie in Deutschland, Österreich und Großbritannien. Er ist der zweitälteste lebende männliche Nachkomme von König Georg III. von Großbritannien und Irland.

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Liebe auf Umwegen

Die Liebe findet Ernst August zunächst nicht in Adelskreisen. Er heiratet am 30. August 1981 auf dem Familiensitz Schloss Marienburg bei Hannover eine bürgerliche, aber ebenfalls gut betuchte Schweizer Architektentochter. Mit Chantal Hochuli hat der Welfe zwei gemeinsame Söhne. Ernst August kommt 1983 und Christian 1985 zur Welt. Ende der 90er-Jahre wächst dann das öffentliche Interesse an dem Welfenprinzen. Der Grund: Immer häufiger zeigt er sich mit Prinzessin Caroline von Monaco, die er seit der Jugend kennt. Die Ehe mit Hochuli zerbricht.

Ja-Wort unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Am 23. Januar 1999 gibt Fürst Rainier von Monaco schließlich die Hochzeit seiner Tochter mit Ernst August Prinz von Hannover bekannt. Das Ja-Wort geben sich die beiden unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Monaco. Sie geben lediglich ein offizielles Hochzeitsfoto von sich heraus. Ein halbes Jahr nach der heimlichen Eheschließung bekommt das Paar eine Tochter: Alexandra Charlotte wird am 20. Juli 1999 geboren. Durch die Heirat mit der katholischen Monegassin ist Ernst August automatisch von der britischen Thronfolge ausgeschlossen.

Kampf um Privatsphäre

Der Prinz legt wenig Wert darauf, sein Gesicht in den Boulevardmedien zu sehen. Im Gegenteil: Immer wieder geht er gerichtlich gegen veröffentlichte Bilder vor, bei denen er seine Privatsphäre verletzt sieht. So klagt er beispielsweise 1998 vor dem Hamburger Landgericht gegen den Burda-Verlag, dem er "hartnäckige Verletzungen der Persönlichkeitsrechte" vorwirft, weil er in 18 Ausgaben der "Bunten" innerhalb von zwei Jahren trotz Abmahnung Fotos von ihm veröffentlicht habe. Darunter sind auch Bilder, die Ernst August in Badehose am Strand zeigen. Der Welfe bekommt Recht: Das Gericht verurteilt Burda zur Zahlung von 100.000 D-Mark Schmerzensgeld.

Spitzname "Prügel-Prinz"

Doch Ernst August wehrt sich nicht nur gerichtlich, sondern auch verbal und physisch. Immer wieder gerät er mit Fotografen und Journalisten aneinander und wird dabei sogar handgreiflich. Dem Welfen bringen diese körperlichen Attacken weniger schmeichelhafte Spitznamen wie "Prügel-Prinz" oder "Prügel-August" ein - sowie ein Gerichtsverfahren wegen Körperverletzung.

Rückzug ins Private

In den vergangenen Jahren war es zunächst stiller um den Prinzen geworden - keine öffentlichen Ausfälle mehr, keine rüden Auftritte. Ernst August Prinz von Hannover zeigt sich kaum mehr in der Öffentlichkeit, die land- und forstwirtschaftlichen Besitztümer des Hauses Hannover, wie etwa Schloss Marienburg, führt inzwischen sein Sohn Ernst August Junior. Auch um die Ehe mit Caroline ist es ruhiger geworden - zusammen treten die beiden kaum noch auf, bisher bestätigen sie die Gerüchte um ein Beziehungs-Aus offiziell allerdings nicht.

Streit mit Sohn eskaliert

Im Sommer 2017 allerdings tritt der Prinz wieder in Erscheinung und fordert von seinem Erben Schenkungen zurück. Neben Acker- und Forstflächen unter anderem die Marienburg in der Region Hannover. Die Besitztümer sind bisher nicht wieder in seinen Besitz übergegangen. Vielleicht auch ein Grund, warum er seinen Segen für die Hochzeit seines Sohnes mit der bürgerlichen Russin Ekaterina Malysheva verweigert.

Wem gehört die Marienburg?

Aktuell wehrt sich der Welfe gegen den Verkauf der Marienburg. Sein Sohn, Ernst August junior, möchte das Gebäude für einen symbolischen Euro an die öffentliche Hand verkaufen. Das Schloss muss für geschätzte 27 Millionen Euro saniert werden. Ernst August Junior gibt an, diese Summe nicht aufbringen zu können. Sein Vater behauptet das Gegenteil und versucht den Verkauf zu blockieren. Ernst August senior sagt, er sei "schwer enttäuscht" von seinem "treulosen Sohn". Er sei systematisch aus den Familienbesitztümern gedrängt worden und spricht von "rechtswidrigen" Handlungen und "grobem Undank". Nach wie vor fordert er die Marienburg von seinem Sohn zurück. Wie dieses Kapitel im Leben des Ernst August Prinz von Hannover ausgeht, ist derzeit noch offen.

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Hallo Niedersachsen | 26.02.2019 | 19:30 Uhr

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