Stand: 11.06.2020 14:05 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

DLRG appelliert: "Baden, wo Rettungskräfte sind"

Sicherer Badespaß: Die DLRG rät dringend dazu, bewachte Küstenabschnitte und Gewässer zu nutzen.

Beim Baden sollten die Menschen in diesem Sommer besonders vorsichtig sein. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt davor, nicht überwachte Strände an Nord- und Ostsee sowie den Binnengewässern zu benutzen. Die Organisation mit Sitz in Bad Nenndorf (Landkreis Schaumburg) fürchtet, dass viele Menschen wegen der Corona-Pandemie Abstand suchten und statt Freibädern offene Badestellen nutzen, sagte Frank Villmow aus dem DLRG-Präsidium am Donnerstag. Dies berge große Risiken. Zudem fehle es vielen an Übung, weil Schwimmbäder lange geschlossen waren und Schwimmkurse ausgefallen sind.

DLRG sieht enormes Risikopotenzial

Bundesweit haben ehrenamtliche Rettungsschwimmer im vergangenen Jahr 950 Menschen gerettet, hieß es bei der Vorstellung der Einsatzbilanz für 2019. Zusammen mit mindestens 417 Ertrunkenen ergebe das ein enormes Risikopotenzial. Insgesamt habe es 48.789 Hilfeleistungen für Segler, Surfer und Motorbootfahrer gegeben, wie DLRG-Präsident Achim Haag bekannt gab.

Besonders viele Einsätze an der Küste

Im Juli seien besonders viele Einsätze an der Küste nötig gewesen. "Leichtsinn, Selbstüberschätzung oder Unkenntnis über die Gewässer waren die häufigsten Ursachen", sagte Haag weiter. Bereits im März hatte die DLRG die Zahlen für die einzelnen Bundesländer veröffentlicht. Dort starben den Angaben zufolge vergangenes Jahr 111 Menschen im Wasser, 15 weniger als 2018. Die meisten Badetoten gibt es im Norden demnach mit 51 Menschen in Niedersachsen, im Bundesvergleich steht das Land an dritter Stelle hinter Bayern (95) und Nordrhein-Westfalen (65). In Mecklenburg-Vorpommern starben demnach 27, in Schleswig-Holstein 19 und in Hamburg 14 Menschen.

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47.000 ehrenamtliche Rettungsschwimmer

Die DLRG ist eigenen Angaben zufolge die größte Wasserrettungsorganisation Deutschlands. Durch Empfehlungen, Aus- und Fortbildung will sie erreichen, dass Menschen sicher mit Gefahren durch Wasser umgehen. DLRG-Rettungsschwimmer überwachen Badestellen, helfen bei Unfällen und Notlagen an Küsten, Flüssen, Seen, in Frei- und Hallenbädern. Allein im vergangenen Jahr waren demnach mehr als 47.000 Freiwillige im Einsatz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.06.2020 | 15:00 Uhr

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