Stand: 18.09.2019 15:34 Uhr

Cybermobbing in Schulen nimmt laut LKA zu

Cybermobbing wird an niedersächsischen Schulen zu einem immer größeren Problem. "Je mehr Technik im Spiel ist und je jünger die Teilnehmer in den sozialen Netzwerken sind, desto mehr Taten passieren auch", sagte Pia Magold vom Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch in Hannover. Rund 200 Fachkräfte aus Schule und Polizei diskutierten dort auf einer Tagung über dem Umgang mit Cybermobbing. Magold betonte im Gespräch mit dem NDR, dass die Prävention verstärkt werden soll, um möglichst viele Taten zu verhindern.

Cybermobbing wird nicht als Straftat erfasst

Eine konkrete Anzahl von Cybermobbingfällen in Niedersachsen konnte das LKA nicht nennen. Dies hänge damit zusammen, dass Mobbing kein eigener Straftatbestand im Strafgesetzbuch sei, sagte Magold. Es gebe ganz viele Straftaten, die am Ende ein Mobbing darstellen könnten. Dazu gehörten beispielsweise Stalking, Bedrohung oder üble Nachrede. Täter und Opfer seien meist in einem Alter zwischen 12 und 18 Jahren. Laut Magold sind Mädchen häufiger betroffen als Jungen. "Das dürfte damit zu tun haben, dass Jungs auch mal etwas an sich abprallen lassen", sagte sie.

Weitere Informationen

Cybermobbing- was tun? Die wichtigsten Tipps

Beleidigende oder sogar bedrohliche Posts, Kurznachrichten und Mails dürfen nicht toleriert werden. Betroffene sollten aber den "Kampf" nicht alleine aufnehmen, sondern Vertrauenspersonen wie Eltern, Lehrer oder Vorgesetzte einbeziehen. mehr

Polizisten klären an Schulen auf

Polizei und Schulen arbeiten beim Thema Cybermobbing schon seit einigen Jahren eng zusammen. So klären Polizisten zum Beispiel im Unterricht regelmäßig über ihre Arbeit in Verbindung mit Mobbingfällen auf. Nach Einschätzung der Ermittler sind den Verursachern die möglichen Folgen von Cybermobbing oft nicht klar.

Eltern spielen wichtige Rolle

In Zukunft soll der Fokus der Zusammenarbeit von Pädagogen und Polizisten noch stärker darauf liegen, Cybermobbing an den Schulen einzudämmen. "Dazu müssen besonders die Eltern gut informiert werden", sagte Jan ter Horst vom Kultusministerium. Die Eltern sollten unbedingt die ersten Ansprechpartner für ihre Kinder sein. Soziale Netzwerke würden Cybermobbing heute rund um die Uhr möglich machen, betonte ter Horst. "Ausgrenzung ist kein neues Phänomen, aber die vermeintliche Anonymität im Netz setzt die Hemmschwelle herab."

Weitere Informationen

Studie: Gewalt unter Jugendlichen nimmt zu

Eine Befragung von Neuntklässlern hat ergeben: Die Gewalt unter Jugendlichen in Niedersachsen hat seit 2013 zugenommen. Immer mehr verlagert sich das Problem auch ins Netz. (02.04.2019) mehr

Cybermobbing: Jugendliche helfen Jugendlichen

Am 5. Februar findet der Safer Internet Day statt. NDR Kultur hat den Verein Juuuport in Hannover besucht, der Jugendlichen bei Mobbing und Hatespeech im Netz hilft und beisteht. (05.02.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.09.2019 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:21
Hallo Niedersachsen
02:59
Hallo Niedersachsen
00:59
Niedersachsen 18.00