Stand: 03.11.2019 10:53 Uhr

Coworking Spaces: Flexible Büros liegen im Trend

Zwei Frauen sitzen in einem Coworking-Arbeitsraum von "Space" an der Lister Meile. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich
In Niedersachsen gibt es nach Angaben des Arbeitsministeriums 37 Coworking Spaces.

Wer in den eigenen vier Wänden arbeitet, kennt vermutlich das Phänomen: Will man eigentlich mit der Arbeit beginnen, ist der Drang plötzlich groß, vorher schnell noch die Spülmaschine auszuräumen und vielleicht auch noch die Fenster zu putzen. Für jene, die freiberuflich arbeiten und ihr Privat- vom Arbeitsleben trennen wollen, gibt es in zahlreichen Städten sogenannte Coworking Spaces. Das sind einzelne Büros oder Arbeitsplätze in einem Gebäudekomplex, die flexibel angemietet werden können. Die Zahl der Nutzer wächst seit Jahren, sagt Klaus-Peter Stiefel vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart. In Niedersachsen zählt das Arbeitsministerium aktuell 37 Coworking Spaces, offene Werkstätten und Technologiezentren für junge Gründer.

Ministerium gibt mehr Geld für Start-up-Zentren

Darüber hinaus fördert das Ministerium acht regionale Start-up-Zentren, in denen oft Coworking Spaces entstehen. Dazu zählen das Technologie- und Gründerzentrum Oldenburg, das InnovationsCentrum Osnabrück, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Lüneburg sowie die Braunschweig Zukunft GmbH. Künftig will das Ministerium nach Angaben einer Sprecherin bis zu zehn der Zentren fördern. Dafür soll das Geld für die Jahre 2020 bis 2022 von derzeit 1,3 Millionen Euro auf 2,1 Millionen Euro aufgestockt werden.

Zahl der Nutzer wächst seit Jahren

Vor allem für die Kreativ- und Medienbranche seien die Coworking-Spaces attraktiv, sagte Werner Eichhorst vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Aber auch einige Unternehmen lagern inzwischen Arbeitsplätze in die Gemeinschafts-Komplexe aus, weiß Stiefel vom Fraunhofer-Institut. Denn in den Coworking Spaces entstünden Netzwerke und neue, fachübergreifende Projekte. Die Branche wachse, was mit den großen Vorteilen der flexiblen Arbeitsplätze zusammenhänge, nicht jedoch mit einem Zuwachs an Freelancern, so Stiefel. Nach Informationen des Bundesarbeitsministeriums blieb die Zahl der Selbstständigen in den vergangen 20 Jahren nahezu konstant.

"Für Gründer nicht auf Dauer attraktiv"

An noch weitere Wachstumsmöglichkeiten in der Branche glaubt Stiefel jedoch nicht. "Die große Expansionsphase der Coworking Spaces ist vorbei." Die Nutzung sei an bestimmte Orte und Berufe geknüpft. Selbst für Existenzgründer sei der Arbeitsplatz im Coworking Space nur für den Beginn einer Unternehmensgründung attraktiv, aber nicht von Dauer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.11.2019 | 13:00 Uhr

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