Stand: 02.04.2020 15:10 Uhr

Corona-Schutzkleidung: TÜV behält Qualität im Auge

Ein Beatmungsgerät an einem Krankenbett. © picture alliace Foto: Axel Heimken
Der TÜV Nord überprüft momentan vermehrt medizinische Geräte. (Themenbild)

Die wegen der Coronavirus-Pandemie in Kliniken, Arztpraxen und Pflegeheimen dringend benötigte Schutzausrüstung, wie Mundschutzmasken und Handschuhe, werden zunehmend aus Asien zentral beschafft. Das sagte der TÜV-Nord-Geschäftsführer Dirk Stenkamp der Deutschen Presse-Agentur. Daher würde der TÜV in der Corona-Krise die Einhaltung der Qualitätsstandards stärker in den Blick nehmen. "Es geht um eine schnelle Verteilung im Gesundheitssystem. Aber wir müssen solche Ausrüstung auch testen", betonte der Manager am Donnerstag. Teilweise versuchten einige Anbieter, mit mangelhafter Ware und "vorgetäuschten oder abgelaufenen Zertifikaten" die enorme Nachfrage auszunutzen.

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Lieferung wird Abflug und bei Ankunft geprüft

"Wir überprüfen Lieferungen, bevor sie ins Flugzeug geladen werden", sagte der TÜV-Nord-Chef in Hannover. Aber auch nach der Ankunft in Deutschland seien Untersuchungen der Materialien notwendig: "Ist das wirklich die Ware, die geordert wurde? Sind die Zertifikate gültig?"

Deutlich mehr Prüfaufträge verzeichnet

Aktuell verzeichnet das Unternehmen deutlich mehr Prüfaufträge von Behörden und Unternehmen als üblich, wie Stenkamp sagt. Manche Teams seien auch mit Inspektionen in anderen Bereichen der kritischen Infrastruktur wie dem Energienetz beschäftigt. Ob in der Medizintechnik bisher branchenfremde Anbieter rasche Zulassungen etwa für Beatmungsgeräte erhalten können, hängt laut Stenkamp vor allem von der Frage ab, ob es sich um zugelieferte Teile oder ganze Maschinen handelt. "Nirgendwo sind die Regularien so streng wie im Medizitechnik-Bereich", erklärte er.

TÜV-Chef: "Verfahren nicht einfach zu beschleunigen"

Man könne die Verfahren zur Zulassung für Beatmungssysteme nicht einfach so beschleunigen, weil es um hochsensible Geräte und oft um die Frage "Leben oder Tode" gehe. Anders sei es bei Komponenten für fertig zugelassene Geräte. Dort seien - bei vorliegender Typzulassung der Maschine selbst - deutlich kürzere Fristen von "einigen Wochen oder Monaten" denkbar. Auch beim TÜV Nord ist der Betrieb wegen der rückläufigen Gesamtnachfrage in manchen Geschäftsfeldern derzeit eingeschränkt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.04.2020 | 15:00 Uhr

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