Stand: 02.06.2020 18:15 Uhr  - Hallo Niedersachsen

Corona-Krise: Millionen-Kredit soll Messe AG retten

von Jörg Ihßen
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Wie geht es weiter mit der Messe AG in Hannover? Vorstand Jochen Köckler hofft auf einen Bankkredit. (Archiv)

Ein Kredit von 50 Millionen Euro soll die Deutsche Messe AG durch die Corona-Krise retten. Für Messe-Vorstand Jochen Köckler ist äußerst ungewiss, ob das "Geschäftsmodell Messe" wieder so funktionieren wird, wie es vor der Ausbreitung des Coronavirus Alltag gewesen ist. Volle Ausstellungshallen, gut besuchte Bistros, Abendveranstaltungen. Bei der vergangenen Aufsichtsratssitzung wurde klar: selbst wenn ab Oktober wieder erste Messen wie die EuroBLECH (27. bis 30. Oktober 2020) unter strengen hygienischen Regeln stattfinden könnten - es werden weniger Aussteller und Besucher erwartet. Die Ausstellerflächen schrumpfen. Auch die Internationalität wird geringer werden.

Millionen-Kredit soll Messe in Hannover retten

Hallo Niedersachsen -

Das Messegelände in Hannover liegt seit März brach. Spätestens im August braucht der Veranstaltungskonzern 50 Millionen Euro. Ein Kredit der Nord/LB soll das Finanzloch stopfen.

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Verluste in Millionenhöhe bereits 2009

Wirtschaftlich bedeutet das mittelfristig eine drohende Zahlungsunfähigkeit, der Köckler ins Auge blicken muss. Viele laufende Kosten bestehen trotz Kurzarbeit weiter. Auch wenn die Mitarbeiterzahl durch sozialverträgliche Maßnahmen von 750 auf 700 reduziert wird, sinkt die Liquidität. Nach aktuellen Schätzungen der Messe AG fehlen bereits im kommenden August rund 50 Millionen Euro. Bereits 2009 musste die Messe - noch mit dem Vorstandsvorsitzenden Wolfram von Fritsch - Verluste in Millionenhöhe bekannt geben und erhielt eine Finanzspritze von 250 Millionen Euro, damals zu gleichen Teilen von der Stadt Hannover und dem Land Niedersachsen getragen. Das soll diesmal anders laufen.

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Rettung aus eigener Kraft möglich?

Die Messe AG will die Krise aus eigener Kraft bewältigen. Der Kredit, der noch beantragt werden muss, soll die Durststrecke überbrücken. Nach Informationen des NDR Fernsehmagazins Hallo Niedersachsen beruht die Berechnung des Finanzlochs von 50 Millionen Euro auf hauptsächlich zwei Annahmen: Erstens soll sich das Geschäft bis Ende 2022 wieder weitgehend normalisieren. Und zweitens will sich die Messe AG mit Formaten wie der Hannover Messe digital neue Geschäftsfelder und Kunden erobern, die weniger anfällig für Umsatzausfälle sind als Präsenzveranstaltungen. Dazu wird das Messegelände in den kommenden Jahren mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G ausgebaut.

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Hallo Niedersachsen | 02.06.2020 | 19:30 Uhr

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