Stand: 23.08.2019 11:53 Uhr

Conti will neun Werke der Antriebssparte schließen

Der Autozulieferer Continental mit Stammsitz in Hannover will neun Werke seiner Antriebssparte Powertrain schließen. Das berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ, Freitagausgabe). Weltweit gibt es 32 Powertrain-Werke - darunter elf in Deutschland. Von dem Stellenabbau könnten auch deutsche Werke betroffen sein, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Demnach sollen die Details bis Ende September feststehen. Bis zu 4.000 Jobs bei Conti könnten dem Bericht zufolge auf der Kippe stehen. Continental wollte die Pläne aufgrund der laufenden Gespräche mit den Arbeitnehmern weder dementieren noch bestätigen.

Fokus beim Jobabbau liegt auf Automobilelektronik

"Über etwaige Ergebnisse aus unseren laufenden Diskussionen werden wir berichten, sobald eine solche Verständigung erfolgt ist", teilte Continental mit. Die Halbjahreszahlen hätten gezeigt, dass gehandelt werden muss, sagte ein Sprecher laut NDR 1 Niedersachsen. Anfang des Monats hatte der Autozulieferer einen Gewinneinbruch im zweiten Quartal von 41 Prozent bekannt gegeben. Dass auch Arbeitnehmer in Niedersachsen vom zukünftigen Stellenabbau betroffen sein könnten, wollte der Sprecher nicht ausschließen. Momentan liege der Fokus des Unternehmens aber auf der in Niedersachsen nicht ansässigen Sparte der Automobilelektronik.

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"Verbrennungsmotor verliert an Bedeutung"

Powertrain-Chef Andreas Wolf hatte der HAZ zufolge erst vor Kurzem erklärt, dass man in das Geschäft mit hydraulischen Komponenten immer weniger investieren wolle. Grund dafür sei, dass der Verbrennungsmotor auf mittlere Sicht an Bedeutung verlieren werde. Im vergangenen Jahr hatte Continental den 12.000 in Deutschland beschäftigten Powertrain-Mitarbeitern im Zuge der geplanten Umstrukturierung bei Continental eine Jobgarantie zugesichert. Bis 2023 sollte diese gelten. Doch nun gibt es nach Angaben der HAZ eine nicht unbegründete Sorge vor einem Jobverlust. "Das Eckpunktepapier vom April 2018 gilt für gesellschaftsrechtliche Veränderungen, die im Zuge der im Juli 2018 verkündeten Neuorganisation zum Tragen kommen“, sagte ein Conti-Sprecher. Sonstige Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten oder wiederzugewinnen, seien davon nicht abgedeckt.

Stellenabbau wurde Anfang August angekündigt

Infolge der schlechten Halbjahresbilanz hatte der Konzern Anfang August angekündigt, Stellen zu streichen und damit Kosten zu senken. Conti-Chef Elmar Degenhart sagte: "Auf den rückläufigen Markt reagieren wir mit strenger Kostendisziplin und Erhöhung unserer Wettbewerbsfähigkeit."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.08.2019 | 12:00 Uhr

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