Stand: 15.07.2020 14:14 Uhr

Chemie-Einsatz: Keine Einigung zu Schadenersatz

Drei Gesetzbücher (StGB, StPO und JGG) stehen auf einem einem Richtertisch. © dpa/picture alliance Foto: Swen Pförtner
Das Landgericht Hannover verhandelt eine ungewöhnliche Schadenersatzklage. (Themenbild)

Vor dem Landgericht Hannover haben sich am Mittwoch eine Frau aus Garbsen (Region Hannover) und ein Schädlingsbekämpfer nicht auf die Zahlung eines Schadensersatzes einigen können. Es geht in dem Fall um den möglicherweise unsachgemäßen Einsatz gesundheitsschädlicher Chemikalien, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Nach Einschätzung des Gerichts deute zwar einiges darauf hin, dass ein Anspruch der Frau bestehe, es bestünden aber Zweifel an der Höhe des Schadenersatzes, sagte ein Sprecher des Landgerichts. Eine Entscheidung soll am 12. August verkündet werden.

Ungeeignetes Mittel eingesetzt?

Die klagende Familie hatte vor vier Jahren einen Schädlingsbekämpfer beauftragt, um gegen Katzenflöhe in ihrem Einfamilienhaus in Garbsen vorzugehen. Dieses Mittel soll ungeeignet gewesen sein. Die Kläger fordern, dass der Schädlingsbekämpfer die Renovierungskosten von etwa 26.000 Euro erstattet. Unter anderem musste in dem Haus neues Parkett verlegt werden.

Familie leidet unter gesundheitlichen Problemen

Nach Angaben der Frau hat ihre gesamte Familie seit dem Versprühen der Chemikalie mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Unter anderem seien bei der Frau akut erhöhte Leberwerte und Rückstände von Chemikalien im Urin festgestellt worden. Zudem hätten sie, ihr Mann und ihre zwei Kinder mit Hautrötungen an den Händen, Hautveränderungen und stechenden Schmerzen gekämpft.

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Firma bereits zu Geldstrafe verurteilt

Die Firma versprühte in dem Wohnhaus 2016 Chemikalien auf Teppichböden, Polstermöbeln, Matratzen, Bettwäsche, Kinderspielzeug und Bekleidung. Der Schädlingsbekämpfer habe auf Nachfrage der Frau erklärt, dass die Chemikalien derart harmlos seien, dass man sie auch trinken könne - die Mittel würden auch in Kindergärten und Pflegeheimen verwendet. Das Amtsgericht Neustadt hatte die Firma bereits 2017 zu einer Geldstrafe verurteilt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 15.07.2020 | 13:30 Uhr

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