Stand: 08.06.2019 18:38 Uhr

CSD in Hannover: Tausende feiern das Queer-Sein

Mit einer bunten Parade haben am Sonnabend in Hannover Tausende Menschen den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Schwule, Lesben, Queere und viele andere zogen gemeinsam durch die Innenstadt. Mit der Parade forderten sie und weltweit Zehntausende andere Menschen gleiche Rechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans- und Inter-Personen sein. Noch immer sei die Situation für queere Menschen schwierig - auch in Deutschland, sagte die Projektkoordinatorin des CSD Hannover, Corinna Weiler, zu NDR 1 Niedersachsen.

Drei CSD-Gänger. Eine Frau im schwarzen Korsett und bunten Federn formt mit ihren Händen ein Herz.

Christopher Street Day: Viel mehr als nur Party

Hallo Niedersachsen -

Für viele der rund 25.000 Teilnehmer des Christopher Street Days in Hannover ist die Veranstaltung politischer denn je - denn Alltagsdiskriminierung ist weiter ein großes Problem.

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Nach Online-Date verprügelt

Besonders im Alltag würden viele von ihnen regelmäßig diskriminiert, bekämen angewiderte Blicke, Sprüche und sogar Gewalt zu spüren, sagte Weiler weiter. Studienergebnisse belegten, dass ein Drittel aller Deutschen Ekel empfinde, wenn sie ein gleichgeschlechtliches Paar sehen. Zudem würde die Hälfte aller queeren Jugendlichen gemobbt. Das erzählten der Projektkoordinatorin auch viele Jugendliche in beratenden Gesprächen. Gewalt findet nach Angaben von Weiler auch ganz gezielt statt. So gebe es Online-Dating-Fallen, bei denen vor allem queere Männer sich verabredeten und dann am Treffpunkt verprügelt würden.

Queer? Flüchtlingen wird nicht geglaubt

Besonders schlimm ist laut Weiler die Situation für zwei Gruppen: queere Geflüchtete und transsexuelle Menschen, die ihr Geschlecht umwandeln lassen wollen. Geflüchteten werde oft nicht geglaubt, dass sie queer sind. Transsexuelle Menschen müssten sich entwürdigenden Verfahren stellen und hätten dann sehr hohe Kosten zu tragen. Die CSD-Organisatoren fordern deshalb Hilfe aus der Politik.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 08.06.2019 | 19:30 Uhr

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