Stand: 13.05.2020 20:58 Uhr

Bus-Demo: Touristiker protestieren in Hannover

Als "Statue of Liberty" verkleidet steht eine Teilnehmerin der Demonstration zur Rettung der Touristikbranche vor dem Landtag. © dpa - Bildfunk Foto: Peter Steffen
Touristiker fürchten eine Pleitewelle. Am Mittwoch haben sie in Hannover demonstriert.

Im Tourismus ist in Niedersachsen nach dem kompletten Coronavirus-Lockdown einiges wieder möglich. Urlaub in einer Ferienwohnung zum Beispiel, noch vor Kurzem außer Reichweite, ist nun erlaubt. Nach wie vor verboten sind hingegen Busreisen. Und auch, wenn das Reisegeschäft jetzt ganz allmählich wieder anläuft: Die Einbußen können die Unternehmen nicht wieder aufholen. In Hannover haben am Mittwoch rund 100 Touristiker mit knapp 30 Reisebussen auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht.

VIDEO: Tourismus: Wie könnten Lockerungen aussehen? (1 Min)

Polizei: Keine Probleme

Hupend waren die Busse am Mittag in der Stadt unterwegs. Vom Schützenplatz ging es durch die Innenstadt und wieder zurück zum Schützenplatz. Es gehe bei der Demonstration um Forderungen an die Politik zur Rettung der Touristik-Branche, hieß es vorab. Einem Polizeisprecher zufolge verlief die Veranstaltung "total friedlich". Verkehrsstörungen habe es kaum gegeben, Verstöße gegen die Coronavirus-Auflagen seien ebenfalls nicht festgestellt worden.

Wirtschaftsminister kündigt Unterstützung an

Reise- und Tourismus-Unternehmen gehören neben der Gastronomie und dem Luftverkehr zu den Firmen, die am schwersten von den Folgen der Pandemie betroffen sind. Urlaubsgäste etwa zu Ostern und an vielen warmen, sonnigen Wochenenden blieben komplett aus. Rückendeckung erhielten die Touristiker am Mittwoch von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). "Wir müssen mit dem Bund gucken, dass der Tourismus und die Gastronomie wieder eine Perspektive erhalten", sagte er. Zunächst sei der Bund gefordert, seine Soforthilfe zu verlängern. In Niedersachsen werde er sich für weitere Landeshilfen im Rahmen des zweiten Nachtragshaushalts stark machen. Auch die Reisebüros benötigten zusätzliche Hilfen.

Mehr Möglichkeiten für Hotels?

Althusmann will nach eigenen Angaben auch eine Beschränkung für Hotels, die ab 25. Mai wieder Touristen beherbergen dürfen, nach Möglichkeit streichen: Da den Hotels ohnehin nur maximal 50 Prozent Auslastung erlaubt sei, solle auf die Wiederbelegungsfrist von mindestens sieben Tagen verzichtet werden. Er hoffe sehr, dass die massivsten Einschränkungen in Tourismus und Gastronomie noch im Laufe dieses Sommers aufgehoben werden können, so Althusmann. Möglicherweise werde die Branche aber sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen, sagte der Minister: In naher Zukunft werde Urlaub im eigenen Land größere Bedeutung haben als üblich. "Dies bietet auch die Chance, neuen Gästen zu zeigen, wie vielfältig und erholsam ein Urlaub in den niedersächsischen Ferienregionen sein kann."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.05.2020 | 07:00 Uhr

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