Stand: 29.10.2019 19:40 Uhr

Burn-out: Landrat Bartels in Ruhestand versetzt

Tjark Bartels spricht bei der Pressekonferenz © NDR
Seit 2013 war Tjark Bartels Landrat von Hameln-Pyrmont. Aus gesundheitlichen Gründen wurde der SPD-Politiker nun in den Ruhestand versetzt.

Das niedersächsische Innenministerium hat Hameln-Pyrmonts Landrat Tjark Bartels wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Das Ministerium folgt damit dem Wunsch des SPD-Landrates. Mitte Oktober hatte Bartels seinen Rücktritt aufgrund einer Burn-out-Erkrankung angekündigt.

Massive Kritik im Fall Lügde

Bartels war seit Oktober 2013 Landrat von Hameln-Pyrmont. In Kreisen der Sozialdemokraten war der bis zum Jahr 2021 gewählte Bartels zwischenzeitlich für höhere Ämter im Land gehandelt worden, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Nach Bekanntwerden des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde, in dem Bartels mehrfach Fehler seiner Behörde einräumte, war davon keine Rede mehr. Mehrfach wurde der Landrat kritisiert.

"Meine Grenze deutlich überschritten"

In einer Videobotschaft, in der er seine Erkrankung öffentlich machte, ging er vor zwei Wochen auf die Vorwürfe ein und kritisiert den Umgangston insbesondere über die sozialen Medien. Politiker seien Beschimpfungen, auch in übler Form, gewohnt. "Auch ich habe das jahrelang ausgehalten. Im Fall Lügde war meine Grenze deutlich überschritten", so Bartels.

Neuwahlen binnen sechs Monaten

Nach der Anerkennung der Versetzung in den Ruhestand des Landrates müssen binnen sechs Monaten Neuwahlen durchgeführt werden. Der Zeitraum ist über das Niedersächsische Beamtengesetz (NBG) festgelegt. Den genauen Termin bestimmt nach Angaben des Innenministeriums der Kreistag. In der Zwischenzeit wird das Kreishaus von Kreisräten geführt, repräsentative Aufgaben übernimmt Ruth Leunig (SPD), die stellvertretende Landrätin.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 12.05.2021 | 08:00 Uhr

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