Stand: 03.07.2018 11:45 Uhr

Brand in der Wedemark: Es glimmt mit 250 Grad

Ein einziger Funke, der von einem Mähdrescher oder Traktor überspringt: Viel mehr braucht es wegen der heißen Temperaturen und trockenen Böden derzeit nicht, um in Niedersachsen ein großes Feuer auszulösen. So geschehen am Montag zwischen Brelingen und Wiechendorf in der Wedemark (Region Hannover). Die Lage vor Ort ist zwar mittlerweile unter Kontrolle, doch immer noch sind etwa 15 bis 20 Feuerwehrleute vor Ort, um die Brandnester im Blick zu behalten. "Heute Morgen sind per Wärmebildkamera an einigen Stellen noch Temperaturen von bis zu 250 Grad Celsius gemessen worden", sagte ein Sprecher der Feuerwehr NDR.de am Dienstag. Nachdem ein Feld mittags in Brand geraten war, breiteten sich die Flammen auf ein angrenzendes Waldgebiet und weitere Getreidefelder aus. Es gab eine meterhohe Feuerwand.

"Strafrechtlich keine Relevanz"

Das Feuer in der Wedemark, vermuten Feuerwehr und Polizei, sei entweder durch Reibung mit dem heiß gelaufenen Fahrzeug entstanden oder durch ein Steinchen, das an die Schneidmesser geflogen sei. Dem 51-jährigen Landwirt, der mit seinen Mäharbeiten die Flammen ausgelöst hat, seien zumindest keine Vorwürfe zu machen. "Strafrechtlich hat sein Verhalten keinerlei Relevanz", sagte ein Polizeisprecher NDR.de.

Feuerwehrmann verletzt sich

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Verkohlte Geisterwälder sind übrig, wo am Montagmorgen noch große Bestände intakter Bäume ihre Blätter im Wind wiegten.

Der Landwirt hatte, nachdem das Kornfeld brannte, selbst die Einsatzkräfte gerufen. Die kleine Siedlung Schadehop zwischen Brelingen und Wiechendorf blieb von dem Brand verschont - obwohl sie stark bedroht gewesen sei, wie der Feuerwehrsprecher weiter sagte. Einer der 100 Feuerwehrleute sei bei dem Einsatz verletzt worden, als er stürzte und sich leicht verletzte. Landwirte halfen bei den Löscharbeiten, indem sie in Gülletransportwagen Wasser zum Einsatzort fuhren.

Auch Waldbrandgefahr ist hoch

In ganz Niedersachsen ist Niederschlag auch weiterhin nicht in Sicht. Die Gefahr von Feuern bleibt deshalb akut - und auch die Waldbrandgefahr ist stellenweise hoch. Höchste Warnstufen gelten nach wie vor in Lüchow, Wittingen-Vorhop und Celle, ebenfalls hohes Risiko wird in den kommenden Tagen mehreren Orten attestiert, darunter Soltau, Uelzen, Faßberg, Bergen und Nienburg.

 

Weitere Informationen

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Die Böden in Niedersachsen sind staubtrocken, Regen ist nicht in Sicht. Inzwischen genügt vielerorts ein Funke, um einen Brand auszulösen. Feuerwehren sind im Dauereinsatz. (01.07.2018) mehr

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Waldbrandgefahren-Index

Einstufung der Waldbrandgefahr an den Stationen des Deutschen Wetterdienstes. extern

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 02.07.2018 | 18:00 Uhr

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