Stand: 04.06.2019 10:27 Uhr

Boeing 737 Max: TUI hofft auf Flugverbots-Ende

Seit Mitte März muss die Boeing 737 Max weltweit am Boden bleiben.

Das Flugverbot für die Boeing 737 Max kostet den Reisekonzern TUI rund 300 Millionen Euro. Diese Berechnungen beziehen sich nach Konzernangaben auf ein Startverbot des Mittelstreckenjets bis Ende September. Der Konzern mit Hauptsitz in Hannover hofft aber auf ein früheres Ende des Flugverbots. Könnten die Maschinen bereits ab Juli wieder abheben, könnte sich der Betrag um 100 Millionen Euro reduzieren, sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt. Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Der Chef des Weltluftfahrtverbands IATA, Alexandre de Juniac, rechnet mit einer Aufhebung des Flugverbots erst in zehn bis zwölf Wochen.

Steuerungssystem ist möglicherweise für Abstürze verantwortlich

Nach zwei Abstürzen mit 346 Toten innerhalb von fünf Monaten hatten die Luftfahrtbehörden in aller Welt Mitte März ein Startverbot für die Boeing 737 Max verhängt. Zudem wurde die Auslieferung neuer Maschinen gestoppt. Für die Abstürze war möglicherweise die Programmierung des Steuerungssystems MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) in den Flugzeugen verantwortlich. Boeing entwickelte daraufhin ein Software-Update, das noch von der US-Luftfahrtbehörde FAA abgenommen werden muss.

TUI wollte Boeing 737 Max im April in Deutschland einführen

TUI gilt auf dem europäischen Markt als einer der wichtigsten Abnehmer für die Boeing 737 Max. Zur internationalen Flotte gehören 15 Jets dieses Typs. Bis zum Flugverbot in Großbritannien und den Benelux-Staaten waren sie auf den Strecken zu den Kanaren oder den Kapverden im Einsatz. In Deutschland wollte TUI die Boeing 737 Max ursprünglich im April einführen. Vier neue Maschinen dieses Typs sollten in diesem Jahr ausgeliefert werden.

Konzern setzt auf Zugeständnisse vom US-Flugzeugbauer

Wegen des Flugverbots musste TUI Leasingverträge verlängern und weitere Flugzeuge chartern. Dadurch machte der Reisekonzern im vergangenen Winterhalbjahr große Verluste. Obwohl der Umsatz um knapp zwei Prozent auf fast 6,7 Milliarden Euro stieg, stieg auch der saisontypische Nettoverlust um mehr als ein Fünftel auf 341 Millionen Euro. Der langjährige Boeing-Kunde will seine Regressansprüche bisher nicht öffentlich machen und setzt auf Zugeständnisse des US-Konzerns.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 04.06.2019 | 14:30 Uhr

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