Stand: 27.02.2020 12:19 Uhr

Bischof Wilmer - Bauernsohn im Dienste Gottes

Pater Heiner Wilmer lächelt während eines Fototermins. © dpa-Bildfunk Foto: Henning Kaiser
Heiner Wilmer ist beruflich viel unterwegs gewesen, zwischendurch zog es ihn jedoch immer zurück in seine Heimat - das Emsland.

Seit September 2018 ist Heiner Wilmer Bischof von Hildesheim. In dieser Zeit hat der Theologe aus dem emsländischen Schapen der katholischen Kirche schon seinen Stempel aufgedrückt. "Der Missbrauch von Macht steckt in der DNA der Kirche", sagte er im Zuge der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und sorgte damit für viel Diskussion. Wilmer, geboren am 9. April 1961, fordert ein Umdenken in der katholischen Sexualmoral: "Wenn ich mich auf einen Menschen verlassen kann, spielt die sexuelle Orientierung keine Rolle", sagte er in einem Interview.

Wer ist Heiner Wilmer?

Wilmer wurde als erstes von vier Kindern in eine Bauernfamilie geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1980 trat er in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester ein. Die Ewige Profess, das Ordensgelübte, legte er 1985 ab. Er studierte von 1981 bis 1986 Theologie in Freiburg und Romanistik in Paris. Nach der pastoraltheologischen Ausbildung im Priesterseminar St. Peter im Schwarzwald, wurde Wilmer 1987 in Freiburg zum Priester geweiht.

Fester Bestandteil der Herz-Jesu-Priesterschaft

Von 1987 bis 1989 widmete sich Wilmer dem Studium der französischen Philosophie in Rom. 1991 promovierte er in Freiburg in Fundamentaltheologie, ehe er am gleichen Ort bis 1993 Geschichte studierte und anschließend sein I. Staatsexamen in Theologie und Geschichte ablegte. Von 1993 an war er zwei Jahre als Referendar am Windthorst-Gymnasium in Meppen tätig. Im dortigen Studienseminar absolvierte er 1995 das II. Staatsexamen und unterrichtete im Anschluss zwei Jahre lang Religion, Geschichte und Politik an der Liebfrauenschule in Vechta.

Schulleiter in Handrup, Bischof in Hildesheim

Von 1997 bis 1998 arbeitete er als Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Fordham Preparatory School (Jesuit High School) im New Yorker Stadtbezirk Bronx. Danach kehrte er ins Emsland zurück, wo er bis 2007 Schulleiter des Gymnasiums Leoninum in Handrup war, der Schule, an der er 1980 sein Abitur gemacht hatte. Sein weiterer beruflicher Weg führte Wilmer nach Bonn, wo er acht Jahre als Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester vorstand. Seit 2015 bis 2018 war er Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom. Der Ordensgemeinschaft gehören weltweit mehr als 2.000 Mitglieder an. Am 1. September 2018 wurde Wilmer vom Hamburger Erzbischof Stefan Heße zum 71. Bischof von Hildesheim geweiht.

Weitere Informationen
Der neu geweihte Bischof Wilmer schüttelt einer älteren Dame die Hand. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.09.2018 | 08:00 Uhr

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