Stand: 28.06.2019 15:27 Uhr

Bischof Meister spendet für "Sea-Watch 3"

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Hannovers Landesbischof Ralf Meister unterstützt den Einsatz der "Sea-Watch 3". (Archivbild)

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister will das deutsche Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 3", das mit 40 Flüchtlingen an Bord vor der italienischen Insel Lampedusa liegt, mit einer Spende von 1.000 Euro unterstützen. Das Vorgehen der aus Niedersachsen stammenden Kapitänin Carola Rackete, am Mittwoch ohne Genehmigung in italienische Gewässer zu fahren, bezeichnete Meister als eine "mutige Lösung" eines humanitären Problems. "Das darf nicht noch bestraft werden." Die Kapitänin und ihre Crew müssen damit rechnen, dass ihr Schiff festgesetzt wird und sie selbst strafrechtlich verfolgt werden.

Geflüchtete auf der " Sea Watch 3".

"Sea-Watch 3" will Lampedusa ansteuern

Hallo Niedersachsen -

Das private Seenot-Rettungsschiff "Sea-Watch 3" will die Einfahrt in einen italienischen Hafen erzwingen. Kapitänin Carola Rackete erklärt, warum sie diesen Kurs nimmt.

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Seerecht gegen italienisches Recht

Seit Mitte des Monats gilt ein härteres Gesetz: Wer Menschen unerlaubt nach Italien bringt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro rechnen. Kapitänin Rackete dagegen beruft sie sich auf das Seerecht: "Eine Rettung ist abgeschlossen, wenn Menschen im Hafen sind. Und es gibt eine Pflicht zur Hilfeleistung", sagte sie im Gespräch mit Hallo Niedersachsen.

"Verrat an der Barmherzigkeit"

Die Weigerung von Italiens Innenminister Matteo Salvini, die "Sea-Watch 3" mit den Flüchtlingen in den Hafen zu lassen, nannte Meister einen "Verrat an der Barmherzigkeit". "Es ist, als würde der Barmherzige Samariter an der Herberge verhaftet." Dagegen werde alle Solidarität gebraucht. Deshalb beteilige er sich mit der Spende an einem Crowdfunding für das Schiff.

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"Sea Watch 3"-Kapitänin: Lösung zeichnet sich ab

Wie geht es weiter mit der "Sea Watch 3"? Nachdem die Kapitänin das Schiff in Richtung des Hafens der italienischen Insel Lampedusa gesteuert hat und gestoppt wurde, ist eine Lösung in Sicht. (27.06.2019) mehr

Meister kritisiert Umgang mit Flüchtlingen

Meister fordert eine politische Lösung. "Der Umgang in Europa mit der Flüchtlingssituation im Mittelmeer ist so nicht tolerabel", sagte er. "Wir leben auf dem Kontinent mit den gefährlichsten Außengrenzen." Rund 35.000 Menschen seien bereits bei der Flucht über das Mittelmeer ertrunken. "Viele Millionen Menschen in Europa sind nicht damit einverstanden, wie wir mit Flüchtlingen umgehen."

"Sea-Watch 3" rettet 53 Menschen aus Seenot

Am 12. Juni hatte die "Sea-Watch 3" in internationalen Gewässern 53 Menschen gerettet, unter ihnen neun Frauen, 39 Männer, zwei Kleinkinder und drei unbegleitete Minderjährige. Das seeuntaugliche Schlauchboot befand sich etwa 47 Seemeilen von der Küste Libyens entfernt. Die "Sea-Watch 3" habe dann Kurs auf Lampedusa genommen, weil dies der einzige sichere Hafen in der Nähe sei, so Kapitänin Rackete. Seitdem steht sie in Verhandlungen mit den italienischen Behörden, die inzwischen 13 Geflüchtete als medizinische Notfälle an Land gebracht haben.

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"Sea-Watch 3" fährt Richtung Lampedusa

Trotz des Verbots steuerte die "Sea-Watch 3" Lampedusa an. Die Situation auf dem Schiff habe sich stark verschlechtert und die Geretteten seien erschöpft, so Kapitänin Rackete. Bildergalerie

Wie geht es weiter für die "Sea-Watch 3"?

Eine Kieler Kapitänin hat das Seenot-Rettungsschiff "Sea-Watch 3" trotz Verbots in italienische Gewässer gesteuert. Das Schiff liegt vor Lampedusa. Italiens Innenminister giftete via Facebook. mehr

Bündnis "Sichere Häfen": Bund trägt die Kosten

Kämen durch das Bündnis "Sichere Häfen" mehr Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein, müssten die Kommunen nur mit geringen Kosten rechnen. Das teilte der Bund mit. (21.06.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 27.06.2019 | 19:30 Uhr

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