Stand: 18.05.2018 19:41 Uhr

Bamf-Affäre: Vorwürfe aus Hannover

Der Skandal um mutmaßlich manipulierte Asylentscheide in Bremen weitet sich aus. Die Region Hannover hat am Freitag erklärt, der Zentrale des Bundesamts für Migration (Bamf) in Nürnberg schon im März vergangenen Jahres knapp 150 Verdachtsfälle gemeldet zu haben.

Hunderte von Akten aufgehängt in Regalen

Bamf-Skandal größer als bisher angenommen?

Hallo Niedersachsen -

Der Skandal um manipulierte Asylentscheidungen durch eine Bremer Bamf-Mitarbeiterin hat offenbar ein größeres Ausmaß als bekannt. In Niedersachsen könnten über 100 Fälle betroffen sein.

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Regionspräsident: Bamf-Stelle in Bremen hat sich eingemischt

Schon im Juli 2016 habe er einen ersten Hinweis an die Bamf-Zentrale gegeben, sagte Regionspräsident Hauke Jagau (SPD) gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Ein Abschiebeversuch sei abgebrochen worden. Das habe damals die - nach seiner Ansicht nicht zuständige - Bamf-Stelle in Bremen veranlasst. Dabei ging es um eine Familie, die nach Bulgarien abgeschoben werden sollte. Das hatte die BAMF-Außenstelle in Friedland laut Jagau so entschieden. Ein erster Versuch scheiterte. Beim zweiten Mal habe die Familie schon im Flieger gesessen, sagte der Regionspräsident. Und da kam dann Nachricht von der Bamf-Stelle in Bremen: Die Familie werde nicht abgeschoben. Daraufhin habe die Region intern nachgeforscht. Sie wollte laut Jagau wissen, warum sich Bremen in den Fall einmischt.

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Bamf-Affäre: Alles kommt auf den Prüfstand

18.000 positive Asylbescheide hat die Bremer Außenstelle des Bamf seit dem Jahr 2000 vergeben. Sie alle sollen erneut überprüft werden. Mehr auf tagesschau.de extern

Fast 150 Fälle an Zentrale gemeldet

In den Monaten danach trug man in Hannover weitere Fälle zusammen, in denen die Bremer Behörde Abschiebebescheide aufgehoben hatte. Dabei handelte es sich laut Jagau in allen Fällen um Menschen, die zu der Zeit in der Region Hannover gelebt haben und die von demselben Hildesheimer Anwalt betreut wurden. Bei allen Fällen soll die Bamf-Außenstelle in Bremen die Finger mit im Spiel gehabt haben. Viele sollten eigentlich abgeschoben werden, nach Bulgarien etwa oder Spanien. Eine Liste mit fast 150 Fällen sei dann von der Region Hannover im März 2017 in die Zentrale nach Nürnberg geschickt worden. Kurze Zeit später beendete die Bamf-Zentrale ein Disziplinarverfahren gegen die ehemalige Leiterin der Außenstelle in Bremen und setzte sie wieder auf ihre alte Stelle.

Die Frau soll mehr als 1.000 Asylbewerbern dazu verholfen haben, in Deutschland zu bleiben, obwohl sie eigentlich hätten abgeschoben werden sollen. Nach einem "Spiegel"-Bericht haben davon auch Menschen profitiert, die von Behörden als mögliches Sicherheitsrisiko betrachtet werden. Demnach sei einem Mann Asyl gewährt worden, der mehrmals schwere Straftaten begangen hatte.

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Weitere BAMF-Mitarbeiter unter Verdacht

Der Skandal um unrechtmäßige Asyl-Bescheide weitet sich möglicherweise aus. Nach NDR Informationen sind neben der Ex-Leiterin des Bremer BAMF offenbar weitere Mitarbeiter verdächtig. (26.04.2018) extern

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Korruptionsvorwurf: Asylanträge "durchgewunken"?

Eine leitende BAMF-Mitarbeiterin in Bremen soll ohne rechtliche Grundlage etwa 2.000 Asylanträge positiv beschieden haben. Mehr zu den Recherchen von NDR, Radio Bremen und "SZ" bei tagesschau.de. (20.04.2018) extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 18.05.2018 | 16:00 Uhr

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