Stand: 28.03.2019 16:16 Uhr

Autonomes Fahren: VWN plant Milliardeninvestition

VW-Nutzfahrzeuge-Chef Thomas Sedran kündigte bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz weitere Milliardeninvestitionen an.

VW Nutzfahrzeuge (VWN) hat 2018 das zweitbeste Ergebnis seiner Geschichte erzielt. Das sagte VWN-Chef Thomas Sedran am Donnerstag in Hannover anlässlich der Vorstellung der Jahresbilanz. Demnach lieferte die Sparte des Volkswagen-Konzerns im vergangenen Jahr rund 500.000 Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr. Der Umsatz lag mit 11,9 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau, das operative Ergebnis gab allerdings von 853 Millionen Euro ein Jahr zuvor auf 780 Millionen nach. Das begründete die Marke etwa mit den Schwierigkeiten mit dem neuen Abgas-Prüfstandard WLTP.

VWN plant Milliarden-Investitionen

Trotz der guten Zahlen stehen der Nutzfahrzeug-Sparte des Wolfsburger Autobauers tiefgreifende Änderungen bevor. Der Wandel vom reinen Auto-Produzenten hin zu einem Anbieter für Mobilitätsdienstleistungen würde mit Milliardeninvestitionen vorangetrieben, sagte Sedran. 2019 sollten 1,8 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Mobilitätsdienste, den Umbau der Werke und in neue Produkte fließen.

Autonomes Fahren: Entwicklung soll gebündelt werden

Im Hinblick auf das Zukunftsthema "Autonomes Fahren" sagte VWN-Chef Sedran, dass die Verhandlungen mit dem US-Autobauer Ford über eine Beteiligung an der für autonomes Fahren zuständigen Ford-Tochter Argo auf einem guten Weg seien. Denkbar sei auch eine gemeinsame Gesellschaft, die Mobilität als Dienstleistung in den USA, Europa und anderen Regionen anbiete. Volkswagen wolle die konzernweite Entwicklung für das autonome Fahren in Hannover bündeln. VW und Ford hatten sich Mitte Januar auf die gemeinsame Entwicklung von Pick-ups und Transportern verständigt. Experten zufolge sind Allianzen großer Autobauer richtungsweisend für die gesamte Branche. Ende Februar verbündeten sich Daimler und BMW beim autonomen Fahren.

Werden Bulli-Varianten künftig in der Türkei gebaut?

Unterdessen haben VW und Ford erste Verträge geschlossen - darunter für den Nachfolger des Pick-ups Amarok. In diesem Jahr sollten noch weitere Schritte folgen, so Sedran. Transporter für Gewerbekunden könnten ebenso dazu zählen wie ein City-Van. Dem Vernehmen nach könnten die Transporter-Varianten des "Bullis" bei Ford in der Türkei gebaut werden. Zusammen haben beide Unternehmen 2018 insgesamt rund 1,2 Millionen leichte Nutzfahrzeuge abgesetzt.

Elektrifizierung geht weiter

Den bereits in der Pkw-Sparte eingeschlagenen Weg zur Elektrifizierung der Antriebe wird auch VWN beschreiten. Von 2025 an sollten 80 Prozent der leichten Nutzfahrzeuge elektrifiziert sein - das schließe Hybride ein, machte Sedran deutlich. Langfristig werde auch der Brennstoffzellenantrieb mit Wasserstoff weiter verfolgt, der für die großen und schweren Nutzfahrzeuge gerade auf langer Strecke sinnvoller sei als Batterien.

In Hannover-Stöcken droht Stellenabbau

Vor dem Werk in Hannover-Stöcken machen die angekündigten Veränderungen nicht Halt. Dort sollen in den nächsten Jahren nur noch E-Autos vom Band rollen. Von 2022 an läuft dort die Produktion des Elektro-"Bullis" ID Buzz. Der Umstellung auf Elektroantriebe könnten in Hannover bis zu 4.000 Stellen zum Opfer fallen. Laut VWN soll das über eine Altersteilzeit-Regelung umgesetzt werden. Bis 2028 gilt allerdings eine vereinbarte Beschäftigungssicherung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.03.2019 | 15:00 Uhr

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