Stand: 08.09.2017 19:48 Uhr

"AusGezeichnet": Opfer aus aller Welt melden sich

Vor einem halben Jahr hat Vanessa Münstermann den Verein "AusGezeichnet" gegründet. Der Anlass könnte kaum schlimmer sein. Vanessa Münstermanns Gesicht ist seit einem Säure-Angriff ihres Ex-Freundes im Februar 2016 entstellt. Das linke Auge und das linke Ohr der jungen Frau sind zerstört, Gesicht, Hals und Dekolleté von Narben übersät. Mit ihrem Verein will die 28-Jährige Menschen in ähnlicher Lage helfen. Und die ersten sechs Monate machen ihr Mut: Viele Betroffene hätten sich gemeldet, auch aus Indien und Brasilien, sagte die 28-Jährige am Freitag in Hannover. Der Austausch mit ihnen gebe auch ihr selbst Kraft und helfe ihr, das Geschehene zu verarbeiten. Ihr Verein unterstützt die Opfer mit Tipps, aber auch mit Spenden von Cremes, Spezialbädern und Kompressionskleidung gegen die Narbenbildung.

"Glück gehabt, in Deutschland zu leben"

Doch nicht nur Opfern von Säureattentaten will der neue Verein eine Hilfe sein. Auch Menschen, die etwa durch Verbrennungen schwere Verletzungen davongetragen haben, will "AusGezeichnet" helfen. Man wolle dort anschließen, wo die medizinische Versorgung bislang aufhört, hatte der Sprecher des Vereins im Februar gesagt: Kosten für die Behandlungen von Narben übernehmen oder sich um psychologische Betreuung kümmern. Denn Hilfe ist nicht selbstverständlich, wie Münstermann am Freitag sagte. Die 28-Jährige dankte dem medizinischen Personal, das sie unter anderem in der Medizinischen Hochschule Hannover behandelte. "Wenn man nicht das Glück hat, in Deutschland zu leben, kann man auch noch drei Jahre nach einem solchen Säure-Anschlag sterben", sagte sie. Gegen ihren Ex-Freund, der wegen gefährlicher Körperverletzung im Gefängnis sitzt, hat Vanessa Münstermann jetzt auch eine Klage auf Schmerzensgeld und Schadenersatz eingereicht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 08.09.2017 | 17:00 Uhr

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