Stand: 17.04.2019 10:18 Uhr

Anschläge in Garbsen: Haft für PKK-Anhänger

Das Oberlandesgericht Celle hat vier Männer im Alter von 21 bis 24 Jahren zu Haftstrafen verurteilt, weil sie Molotowcocktails auf ein Café und einen Handy-Laden in Garbsen bei Hannover geworfen haben. Die Richter sehen es als erwiesen an, dass die drei Syrer und ein Iraker damit die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK unterstützen wollten. Zwei der Angeklagten hatten zudem wenige Tage vor dem Anschlag ein Auto in Hannover angesteckt. Sie müssen nun für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, ihre Mitangeklagten für zwei Jahre und drei Monate.

Angeklagte bestreiten PKK-Unterstützung

Die vier Männer hatten die Vorwürfe während der Verhandlung im Wesentlichen eingeräumt. Sie bestritten allerdings, PKK-Unterstützer zu sein. Ihre Verteidiger forderten Freiheitsstrafen von deutlich unter zwei Jahren. Die für Terrorismusbekämpfung zuständige Generalstaatsanwaltschaft hingegen beantragte Freiheitsstrafen von zwei Jahren und neun Monaten beziehungsweise von zwei Jahren und drei Monaten. Sie sah die Tatbestände versuchter schwerer Brandstiftung sowie Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland erfüllt. Der Prozess fand wegen Platzmangels im Landgericht Hannover statt, geführt wurde er jedoch vom Oberlandesgericht in Celle.

Geringe Schäden durch Brandanschläge

Bei den Anschlägen auf die beiden Geschäfte in Garbsen hielten sich die Schäden in Grenzen. Das Sicherheitsglas der Geschäfte hielt den Brandsätzen stand, lediglich eine Markise, eine Fenstereinfassung und ein Stück Dachpappe fingen Feuer.

Anfang 2018 hatten Tausende Kurden in Deutschland gegen eine türkische Militäroffensive in Afrin im Nordwesten Syriens protestiert. An mehreren Orten gab es auch Anschläge auf Moscheen und türkische Einrichtungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 17.04.2019 | 09:30 Uhr

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