20.000 Unterschriften gegen Schacht Konrad überreicht
Atomkraftgegner haben am Sonnabend in Hannover gegen das Atommüllendlager Schacht Konrad demonstriert. Sie übergaben Umweltminister Olaf Lies (SPD) eine Liste mit mehr als 20.000 Unterschriften.
Zuvor waren am Morgen viele Trecker in Salzgitter gestartet und in die Landeshauptstadt gefahren, wo sich mehr als 100 Demonstranten einreihten. Auch Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) schloss sich der Kritik an und forderte einen Stopp der Pläne: "Wir erwarten, dass Minister Lies unseren Antrag positiv entscheidet. Wir können aber auf jeden Fall versprechen: Wir geben nicht auf, bis das Projekt Konrad aufgegeben wird." Und Silke Westphal vom Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad sagte, dass das "alte und marode Bergwerk Konrad" für eine Lagerung von Atommüll völlig ungeeignet sei. "Die Unterschriften und Aktionen der letzten Wochen zeigen, dass die Forderung nach Aufgabe des Projekts bundesweit von vielen Menschen - auch an den Zwischenlagerstandorten - geteilt wird."
Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses gefordert
Die Unterschriften stammen aus einer Ende Mai von mehreren Bürgerinitiativen gestarteten bundesweiten Unterschriftenkampagne gegen Schacht Konrad in Salzgitter. Parallel dazu hatten am 29. Mai mehrere Umweltverbände beim Umweltministerium den Antrag eingereicht, den 2002 erteilten Planfeststellungsbeschluss für Schacht Konrad zu widerrufen beziehungsweise zurückzuziehen. Das vor knapp 20 Jahren genehmigte Lager entspreche nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik, bemängelt das Bündnis unter anderem.
Geplanter Betriebsbeginn in 2027
Das ehemalige Eisenerzbergwerk Konrad wird derzeit von der Bundesgesellschaft für Endlagerung zum nationalen Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle umgebaut. Es soll 2027 in Betrieb gehen. In dem komplexen Genehmigungsverfahren für Konrad ist der Bund der Antragsteller und das Land Niedersachsen die Genehmigungsbehörde.
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