Stand: 13.07.2017 12:15 Uhr

Zweiter Göttinger Gefährder abgeschoben

Fünf Monate nach einer Razzia in Göttingen ist ein als islamistischer Gefährder eingestufter 27-jähriger Algerier abgeschoben worden. Er sei in Frankfurt algerischen Sicherheitsbeamten übergeben und am Mittwochabend nach Algerien ausgeflogen worden. Das teilte das Innenministerium in Hannover mit. Ein weiterer Mann aus Nigeria, der ebenfalls bei der Razzia festgenommen wurde, war bereits im April abgeschoben worden.

Behörden sehen Gefahr eines Anschlags

Nach Angaben der Behörden ging von beiden Männern die Gefahr eines Anschlags aus. Sie hätten mit der radikal-islamistischen Szene sympathisiert. Mit der Aktion hat Niedersachsen erstmals als Terror-Gefährder eingestufte Verdächtige aus dem Land geschafft, obwohl diese noch keine Straftat begangen hatten.

Beide jungen Männer waren in Deutschland aufgewachsen, hatten aber die Staatsangehörigkeit ihrer Heimatländer. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte am Donnerstag, das Land sei erneut entschlossen gegen einen terroristischen Gefährder vorgegangen.

Weitere Informationen
Politiker Boris Pistorius (SPD) im niedersächsischen Landtag.

"Wir haben das schärfste Schwert gezogen"

Bundesweit erstmals ist ein islamistischer Gefährder abgeschoben worden, obwohl er keine Straftat begangen hat. Niedersachsens Innenminister Pistorius: "Ein Signal an alle Fanatiker". (07.04.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 22.11.2019 | 17:00 Uhr

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