Stand: 20.11.2019 12:12 Uhr

Zulieferer Prevent verklagt VW auf Schadenersatz

Ein Wegweiser für VW Zulieferrer über einem VW-Logo. © dpa-bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
VW habe gegen das Kartellrecht verstoßen, so der Vorwurf von Prevent.

680 Millionen Euro Schadenersatz fordert der Autozulieferer Prevent von Volkswagen (VW). Der Grund für die Klage: VW hätte mit wettbewerbswidrigen Maßnahmen Prevent daran gehindert, kleinere Zulieferungsbetriebe in den USA zu übernehmen. VW bestreitet das.

Die Anschuldigung: VW habe das Kartellrecht missachtet

Ein Firmengebäude des Automobilzulieferers Prevent in Warmenau bei Wolfsburg. © dpa-bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Die bosnische Unternehmensgruppe Prevent klagt immer wieder gegen VW.

Bereits am Montag reichte Prevent in den USA eine Klage gegen VW ein, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. VW habe unter anderem gegen das Kartellrecht verstoßen, so der Vorwurf. Laut Prevent soll VW kleinere Zulieferungsbetriebe dazu verpflichtet haben, ihr Geschäft nicht an Prevent zu verkaufen und Kaufangebote anderer Firmen zu melden. Prevent vermutet, dass VW so Kosten senken wollte. Wer sich dem Druck nicht beugen wolle, stünde schnell vor der Insolvenz. Die bosnische Unternehmensgruppe behauptet, dass VW mittels dieser Strategie mindestens sieben Zukäufe von Prevent in den USA blockiert hätte. Der Anwalt des Zulieferers Duane Loft erklärte, dass VW "ein System zur Aufrechterhaltung des Würgegriffs gegenüber Automobil-Zulieferern" verfolge.

Jahrelanger Streit

Der Clinch zwischen Prevent und VW ist laut NDR 1 Niedersachsen nicht neu. Seit Jahren treffen sich der Autozulieferer und der Autohersteller vor Gericht. Im Sommer 2016 stellte Prevent für einige Tage sämtliche Lieferungen an VW ein. Die Folge: In den VW-Werken standen die Bänder tageweise still. Prevent habe VW dadurch mehrfach in Zwangslagen gebracht und schweren Schaden zugefügt, heißt es bei VW.

Gelassene Reaktion der Wolfsburger

Gegen die neue Klage werde man sich mit allen gerichtlichen Mitteln zur Wehr setzen, ließ VW verlauten. "Aus unserer Sicht haben nicht wir Prevent Schäden zugefügt, sondern Prevent uns. Diese werden wir geltend machen." 2018 hatte VW die Zusammenarbeit mit dem Zulieferer Prevent beendet. Ursächlich waren unrechtmäßiger Lieferstopps von Prevent. Der jetzigen Klage sieht VW gelassen entgegen. Die Wolfsburger betonen: "In mehreren deutschen Gerichtsverfahren wurden die Klagen von der Prevent-Gruppe bereits in erster und zweiter Instanz abgelehnt."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 20.11.2019 | 06:30 Uhr

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