Eine Kröte sitzt auf dem Boden, im Hintergrund ist ein Auto zu sehen. © picture alliance/dpa Themendienst Foto: Markus Hibbeler

Zu trocken, zu viel Chemie: Krötenbestand sinkt teils massiv

Stand: 21.04.2021 15:45 Uhr

Tierschützer im Südwesten Niedersachsens zählen immer weniger Kröten. Die Amphibien litten an zu großer Trockenheit. Auch der Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft ist demnach ein Grund.

So seien an einem Schutzzaun zwischen Goslar und Vienenburg im vergangenen Jahr 50 Tiere gezählt worden, sagte Wolfgang Moldehn vom NABU (Naturschutzbund) Goslar - sonst seien es bis zu 1.500 Exemplare gewesen. Die Ursachen laut NABU: Wegen der vergangenen Sommer mit wenig Niederschlägen trockneten Laichgewässer wie Tümpel und Teiche aus, Nahrung wie Regenwürmer oder Käfer gebe es dadurch auch weniger. Für Moldehn trägt aber auch die Landwirtschaft eine Mitschuld am Rückgang der Bestände. Wenn auf den Feldern chemische Düngemittel, Glyphosat oder Insektenvernichter gesprüht werden, stürben Frösche, Kröten und Molche. Einer Studie zufolge führe der Chemie-Einsatz zudem zu Unfruchtbarkeit bei den Amphibien.

Stabile Population an Innerstetalsperre und in Wittmar

Auch im Landkreis Peine beobachten Umweltschützer an einigen Sammelstellen wie etwa in Bettmar, dass weniger Kröten in den Eimern landen als in den vergangenen Jahren. Andrea Onkes leitet das Amphibienschutzprojekt an der Asse im Landkreis Wolfenbüttel. Auch sie bestätigt, dass die Bestände in der Region zurückgehen. In Wittmar gibt es eines der größten Amphibienvorkommen in ganz Deutschland - dort und auch an der Innerstetalsperre bleiben die Zahlen mit bis zu 10.000 Tieren stabil.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 21.04.2021 | 15:00 Uhr

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