Stand: 11.01.2020 14:24 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Wollen Salzgitter und Thyssenkrupp fusionieren?

In der Stahlindustrie wird wieder über eine mögliche Fusion der beiden Branchenführer Thyssenkrupp und Salzgitter AG spekuliert. Wie der "Spiegel" berichtet, will die neue Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz demnächst mit Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann sprechen. Bei dem Treffen könnten entsprechende Möglichkeiten ausgelotet werden.

Salzgitter verweist auf persönliche Verbindung

Die beiden Konzerne reagierten zurückhaltend auf den Bericht. "Frau Merz und Herr Fuhrmann haben sich bereits im letzten Jahr getroffen, was selbstverständlich und daher wenig spektakulär ist", teilte die Salzgitter AG mit. Beide seien schon länger persönlich miteinander bekannt. Ein Folgegespräch sei nicht verabredet.

Auch Thyssenkrupp wiegelt ab

Ein Sprecher von Thyssenkrupp sagte, für das Unternehmen stehe aktuell die Umsetzung der im Dezember angekündigten Stahlstrategie im Vordergrund. Der Konzern will seine schwächelnde Stahlsparte umbauen, Stellen streichen und einzelne Anlagen schließen. "Richtig ist aber auch, dass wir eine Konsolidierung der Europäischen Stahlindustrie nach wie vor für vorteilhaft halten", betonte er. Die EU-Kommission hatte 2019 die lange vorbereitete Fusion der Thyssenkrupp-Stahlsparte mit dem europäischen Zweig des indischen Konkurrenten Tata zum Schutz des Wettbewerbs untersagt.

Fuhrmann lässt Tür für Fusion offen

Ein mögliches Zusammengehen von Thyssenkrupp und Salzgitter war in der Vergangenheit bereits mehrfach im Gespräch. Fuhrmann hatte in einem Interview im August 2019 gesagt, für eine Fusion mit einem Wettbewerber habe er bisher kein Konzept gesehen, das Vorteile für beide Seiten biete. "Aber ich kann und will natürlich nicht ausschließen, dass es das eines Tages doch geben könnte." Der Stahlindustrie machen Billig-Importe aus Fernost, Preisdruck und gestiegene Rohstoffkosten zu schaffen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 11.01.2020 | 13:30 Uhr

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