Stand: 26.08.2020 06:30 Uhr

Mit künstlicher Intelligenz Hochwasser vorbeugen

In der goslarer Altstadt herrscht Hochwasser. © NDR
Im Sommer 2017 verursachten heftige Überschwemmungen Millionenschäden in der Altstadt von Goslar. (Archivbild)

Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) investiert eine sechsstellige Summe in einen intelligenten Hochwasserschutz für Goslar - und gegebenenfalls weitere Orte in Niedersachsen. Goslar hat am Dienstag für eine Machbarkeitsstudie einen Zuwendungsbescheid über die Fördersumme von 135.678,10 Euro erhalten - 70 Prozent der kalkulierten Kosten von 195.131 Euro. Die Stadt Goslar, die Technische Universität (TU) Clausthal und die Harzwasserwerke wollen mit dem digitalen Projekt drohende Hochwasser früher voraussagen. Die Studie setzt auf künstliche Intelligenz. Anhand hydrologischer Daten wie Wasserständen und Fließgeschwindigkeiten sowie Wetterdaten soll das Programm warnen, wo es im Harz kritisch werden könnte.

Daten sollen für andere Standorte überprüft werden

In der ersten Phase der Studie soll geprüft werden, ob sich dieses computerbasierte System für den Harz als Frühwarnsystem eignet. In einer zweiten Phase sollen in der Goslarer Altstadt überall dort Pegel-Mess-Stellen installiert werden, wo Ergebnisse auch auf andere Standorte übertragbar sind. "Die technische Innovation des Hochwasserschutzes durch das KI-System könnte nicht nur der Stadt Goslar helfen, sondern in vielen Hochwassergebieten einen besseren Schutz bieten", sagte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU).

Bis zu vier Stunden mehr Zeit für Retter

Ziel des Projekts ist eine sichere Berechnung im Vorfeld von Hochwasserereignissen. Demnach soll das Frühwarnsystem die Reaktionszeit für Feuerwehren und Katastrophenschutzdienste um bis zu vier Stunden verbessern. Bislang ist es so, dass die Rettungskräfte für die Goslarer Altstadt deutlich weniger Zeit haben. Denn die Warnung ist gebunden an einen kritischen Pegelstand im oberen Bachverlauf der Abzucht, einem Nebenfluss der Oker. Die sich daraus ergebenden Reaktionszeiten erlauben keine ausreichende Vorbereitung wie Sandsäcke befüllen und die Evakuierung der Bevölkerung. Im Juli 2017 hatten heftige Niederschläge zu schweren Überflutungen und Millionenschäden in der Altstadt geführt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 25.08.2020 | 15:30 Uhr

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