Stand: 11.02.2019 13:51 Uhr

Waffenhandel: Schüsse bei Razzia in Schönebeck

Drei vermummte Polizisten bewachen bei einer Razzia den Eingang zu einem Gebäude in Schönebeck in Sachsen-Anhalt.

SEK-Einheiten aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben am Montagmorgen je zwei Objekte in Magdeburg und Schönebeck im Salzlandkreis (Sachsen-Anhalt) durchsucht. Auf einem Grundstück in Schönebeck, bei dem es sich laut Staatsanwaltschaft Braunschweig um ein Vereinsheim eines Motorradclubs handeln soll, erschossen Beamte nach eigenen Angaben aggressiven Hund. Die Razzien, bei denen auch Hundeführer eingesetzt wurden, richteten sich gegen den illegalen Waffenhandel. Vorausgegangen war am Freitag die Festnahme eines mutmaßlichen Waffenhändlers aus Helmstedt, den Fahnder auf der Bundesstraße bei Schönebeck stoppten. In dem Wagen fanden die Beamten fünf scharfe Pistolen. Bei den Durchsuchungen am Montag stellten sie keine illegalen Handfeuerwaffen sicher.

Staatsanwalt: Vier Pistolen waren schussbereit geladen

Ein nicht alltäglicher Einsatz für die Staatsanwaltschaft und die Zentrale Polizeiinspektion Braunschweig, die seit Monaten die Ermittlungen führen. "Das ist ein Fall wie aus amerikanischen Filmen", sagte Hans Christian Wolters, Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft zu NDR.de. "Ein großer, vorbestrafter, tätowierter Rocker, der mit Waffenschiebereien sein Geld verdient." Die Beamten fanden bei der Durchsuchung des Wagens des 54-Jährigen aus Helmstedt fünf Pistolen tschechischen Fabrikats. "Vier der Waffen waren schussbereit mit eingeschobenem Magazin", bestätigte Wolters NDR.de. "Wir gehen davon aus, dass es sich um neuwertige Waffen handelt, die erst noch verkauft werden sollten." Der Verdächtige ist wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz einschlägig bekannt. Er soll führendes Mitglied des Helmstedter Motorradclubs "Red Devils" gewesen sein. Der Mann sitzt seit Sonnabend wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Königslutter: Kunde des Waffenhändlers geständig

Im Zuge weiterer Ermittlungen durchsuchten Beamte noch am Freitag die Wohnung eines 61-Jährigen aus Königslutter im Landkreis Helmstedt. Er wurde verdächtigt, Abnehmer des 54-Jährigen zu sein. "Bei dem zweiten Festgenommenen handelt es sich um einen mutmaßlichen Kunden", sagte Wolters. In dessen Räumen stellten die Fahnder eine Pistole gleichen Fabrikats und gleicher Bauart sicher. Er gestand, die Waffe von dem mutmaßlichen Händler bekommen zu haben. Gegen ihn erwirkte die Staatsanwaltschaft keinen Haftbefehl.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 11.02.2019 | 10:30 Uhr

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