Stand: 05.08.2020 22:03 Uhr

Verfallene Häuser: Abrissbagger kreist in Wildemann

Ein Bagger reißt ein Haus ab. © NDR Foto: Lydia Callies
In Wildemann werden zwei Gebäude abgerissen. Leer stehen insgesamt 20 Häuser.

Die "Kutscherstube" in Wildemann ist eines der ersten verwahrlosten Häuser, das der Landkreis Goslar seit dieser Woche abreißen lässt. In dem Harzort macht ein Abrissbagger zunächst zwei Gebäude dem Boden gleich, weitere in der Region sollen folgen. Für die Entsorgung der heruntergekommenen Immobilien hatte der Kreistag in den vergangenen Jahren insgesamt 800.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Bürgermeister Schmidt: "Berappeln uns gerade"

Die Abrissarbeiten dienen in erster Linie dazu, das Ortsbild im touristisch geprägten Oberharz zu verschönern, sagte Kreissprecher Thorsten Kuszynski dem NDR in Niedersachsen. Der Landkreis greife nicht bei jedem verfallenen Haus ein, habe aber aber im Extremfall die Möglichkeit dazu. Wildemanns Ortsbürgermeister Arno Schmidt (SPD) ist erleichtert, dass die Schrottimmobilien nun weggkommen. "Wir sind gerade dabei, uns im Ort zu berappeln und den Ort hübsch zu machen." Daran seien sowohl Bewohner beteiligt als auch Niederländer, die günstig Häuser kauften und sie zu Ferienwohnungen umbauten. Was auf den beiden frei werdenden Flächen passiert, stehe noch nicht fest. Dazu sollen die Bewohner befragt werden. Schmidt selbst wünscht sich unter anderem einen Parkplatz.

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Politiker setzen sich für Abriss ein

Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, sind die Eigentümer der verfallenen Häuser entweder nicht willens oder in der Lage, die Gebäude zu sanieren oder abzureißen. Nach Angaben der Landtagsabgeordneten Petra Emmerich-Kopatsch (SPD) ist es zwar eigentlich nicht Sache des Landkreises, für den Abriss verwahrloster Immobilien aufzukommen. Der Handlungsdruck habe es hier aber erforderlich gemacht. Emmerich-Kopatsch hatte sich genau wie der Landtagsabgeordnete Alexander Saipa (SPD) und Schmidt für den Abriss starkgemacht.

Ähnliche Probleme in anderen Orten

Auch in anderen Kommunen gibt es Probleme mit Gebäuden, die verfallen. In Peine steht ein ehemaliges Kaufhaus in der Innenstadt leer, in Gifhorn ein früheres Krankenhaus. In beiden Fällen haben sich erst nach vielen Jahren Investoren gefunden, die die Ruinen jetzt abreißen und an der Stelle neu bauen wollen. In Hann. Münden (Landkreis Göttingen) kümmern sich seit einiger Zeit Ehrenamtliche um verfallene Fachwerkhäuser.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 05.08.2020 | 19:30 Uhr

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