Stand: 19.01.2019 16:56 Uhr

Pötsch: Auto könnte für viele unbezahlbar werden

Der Umstieg auf E-Autos werde die Preise stark nach oben treiben, sagt VW-Aufsichtsratschef Pötsch. Aber eine andere Lösung gebe es nicht - wegen der CO2-Grenzwerte.

Dass sich Menschen mit niedrigem Einkommen künftig noch ein eigenes Auto leisten können, das bezweifelt Hans Dieter Pötsch. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen warnt in der "Welt am Sonntag" vor deutlich steigenden Preisen. "Das heutige Preisniveau ist nicht zu halten, wenn diese Autos mit Elektromotoren ausgestattet werden", sagt Pötsch. "Daher wird es im Kleinwagen-Segment ganz unweigerlich zu erheblichen Preiserhöhungen kommen."

Pötsch: Kunden müssen Abstriche machen

Trotzdem gebe es keine Alternative zur Elektromobilität, so Pötsch. Der Volkswagen-Konzern, den der Skandal um manipulierte Abgaswerte bereits rund 30 Milliarden Euro gekostet hat, arbeitet bereits an der Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Der Konzern investiert dafür Milliarden. Das erste als reines Elektroauto entworfene VW-Modell werde ab 30.000 Euro erhältlich sein, kündigt Pötsch an. Die Kunden könnten dafür aber nicht dieselbe Leistung erwarten wie von Benzin- oder Diesel-Fahrzeugen, mahnt er: Die Reichweite vieler E-Autos liege momentan nur bei 300 bis 400 Kilometern.

Der Grund laut VW: Verschärfte CO2-Grenzwerte

Dass ein Auto für viele zukünftig unerschwinglich sein könnte, "ist einer der Punkte, bei denen wir uns fragen, ob bei der Festlegung neuer CO2-Grenzwerte auch alle gesellschaftlich relevanten Aspekte ausreichend berücksichtigt worden sind", kritisiert Pötsch in der Zeitung. Auch VW-Vertriebschef Christian Dahlheim hatte jüngst vor Preissteigerungen wegen verschärfter Grenzwerte für den CO2-Ausstoß gewarnt. Die Materialkosten könnten demnach um durchschnittlich bis zu 3.000 Euro je Fahrzeug steigen - dies dürfte an die Kunden weitergegeben werden. Mehrere Gerichtsverfahren wegen des Abgas-Skandals gehen derweil in Deutschland und anderen Ländern weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.01.2019 | 18:00 Uhr

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