Stand: 15.11.2019 19:43 Uhr

VW steckt 60 Milliarden Euro in Zukunftsthemen

Ein Mitarbeiter entfernt eine Schutzfolie vom VW-Logo am Montageband für die Produktion des Elektroautos ID.3. © dpa - Bildfunk Foto: Jens Büttner
Bis 2029 will VW rund 75 Elektro-Modelle auf den Markt bringen.

Volkswagen investiert weiter viel Geld in Zukunftstechnologien: In den kommenden fünf Jahr will der weltgrößte Autobauer knapp 60 Milliarden Euro für die Bereiche E-Mobilität, Hybridantriebe und Digitalisierung ausgeben. Das hat der Aufsichtsrat am Freitag in Wolfsburg beschlossen. Dies entspreche mehr als 40 Prozent aller Sach- und Entwicklungsinvestitionen, teilte das Unternehmen mit. Rund 33 Milliarden Euro sollen allein in die Elektromobilität fließen.

VW erhöht Tempo bei Transformation

"Wir erhöhen in den folgenden Jahren mit unseren Investitionen noch einmal das Tempo und treiben die Transformation des Volkswagen Konzerns mit aller Entschlossenheit voran", sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. "Dabei fokussieren wir uns auf die Zukunftsfelder der Mobilität." Bei der letzten Fünfjahresplanung 2018 hatte der Betrag für E-Mobilität, autonomes Fahren, Vernetzung und Mobilitätsdienste noch bei knapp 44 Milliarden Euro gelegen - etwa einem Drittel der Gesamtmittel.

Umstellung der Werke in Emden und Hannover

Auch die Langfristplanung für die nächsten zehn Jahre wurde angepasst. Bis 2029 will Volkswagen bis zu 75 reine Elektro-Modelle auf den Markt bringen, bisher waren bis 2028 rund 70 Modelle geplant. Ein Schwerpunkt der Investitionen ist daher die Erweiterung der Produktion für reine Elektrofahrzeuge. So will VW nach dem Umbau des Werks in Zwickau für die Fertigung von E-Autos der ID-Serie als nächstes die Fabriken in Emden und Hannover "transformieren", wie es heißt. Dafür sind rund eine Milliarde Euro (Emden) beziehungsweise 1,5 Milliarden Euro (Hannover) veranschlagt.

Investitionen in China und den USA

Auch in China und in den USA sollen Produktionsstätten teilweise oder ganz umgestellt werden. Mit den chinesischen Joint-Venture-Partnern FAW und SAIC wird an den Standorten Foshan und Anting die Elektroproduktion vorbereitet. Im US-Werk in Chattanooga (Bundesstaat Tennessee) entsteht eine zusätzliche E-Montagelinie für rund 725 Millionen Euro.

Weiter Arbeitsplätze in Gefahr

Das Geld für die Investitionen will VW sowohl durch den Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft als auch durch Sparprogramme selbst erarbeiten. Damit dürften weitere Arbeitsplätze verloren gehen, weil das Arbeitsvolumen in der Elektromobilität geringer ist als bei herkömmlichen Verbrennern.

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Niedersachsen 18.00 | 15.11.2019 | 18:00 Uhr

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