Stand: 15.04.2018 13:43 Uhr

VW soll Zulieferer Prevent bespitzelt haben

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Einem Zeitungsbericht zufolge soll VW Mitarbeiter des Zulieferers Prevent ins Visier genommen haben. (Archivbild)

Im Streit mit der Prevent-Gruppe soll der Volkswagen Konzern laut NDR 1 Niedersachsen Mitarbeiter und Eigentümer des Zulieferers bespitzelt haben. Zunächst hatte die "Bild am Sonntag" (BamS), die sich auf Unternehmenskreise beruft, darüber berichtet. VW habe demnach über eine internationale Anwaltskanzlei ab März 2017 eine Berliner Sicherheitsfirma mit den Maßnahmen beauftragt.

VW-Straßenschild und Ampel.

Ließ VW den Zulieferer Prevent ausspionieren?

NDR//Aktuell -

Seit März vergangenen Jahres soll Volkswagen Mitarbeiter und Eigentümer des Zulieferers Prevent bespitzelt haben, um mehr Transparenz über das Unternehmen zu erlangen.

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37 Personen im Visier der Detektive

Laut BamS sollen die Privatdetektive unter dem VW-internen Decknamen "Herzog" insgesamt 37 Zielpersonen beschattet haben. Dabei handelte es sich um Führungskräfte, Mitglieder der Eigentümerfamilie und Anwälte von Prevent-Tochterunternehmen. Nach Recherchen der Zeitung wurden dabei auch Privatadressen ausgespäht.

VW: Alles im rechtlichen Rahmen

Ein Volkswagensprechen bestätigte der BamS, dass Recherchen über die Prevent-Gruppe in Auftrag gegeben worden seien, um mehr Transparenz über deren Strukturen und Netzwerk zu bekommen. Das sei, nach allem was man derzeit wisse, aber stets im Rahmen der rechtlichen Vorschriften geblieben. Der Sprecher begründete die Aktion mit der Ausnahmesituation, in die die Zulieferer VW gebracht hätten. Insider zitiert das Blatt allerdings mit den Worten, man sei "möglicherweise über das Ziel hinaus geschossen".

Prevent zeigt sich "zutiefst schockiert"

Prevent forderte den neuen Volkswagen-Chef Herbert Diess auf, die Vorwürfe rasch zu untersuchen. "Im Sinne unserer Mitarbeiter und Partner müssen die Verantwortlichen umgehend und abschließend Klarheit schaffen", erklärte das Unternehmen am Sonntag. "Das Vorgehen von VW hat uns zutiefst schockiert, vor allem, weil offenbar auch das Privatleben von Mitarbeitern ausgeforscht wurde."

Konflikt begann bereits 2016

Hintergrund ist ein Streit zwischen Prevent und dem Wolfsburger Konzern. Zwei Prevent-Tochterunternehmen hatten VW im August 2016 kurzfristig nicht mehr mit Sitzbezügen und Getriebeteilen beliefert. Zuvor hatte sich Volkswagen geweigert, Schadensersatz bei einem geplatzten Großauftrag zu zahlen. Daraufhin standen die Bänder in den Werken Wolfsburg und Emden tagelang still. Dem Autobauer soll dadurch ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe entstanden sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.04.2018 | 12:00 Uhr

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