Stand: 15.09.2020 09:55 Uhr

VW: Whistleblower-System rund 2.000 mal genutzt

Hiltrud Werner, Volkswagen-Konzernvorstand für Integrität und Recht, spricht während einer Pressekonferenz im Stammwerk von Volkswagen. © dpa - Bildfunk Foto: Holger Hollemann
VW-Rechtsvorständin Hiltrud Werner und US-Aufseher Larry Thompson bei der Vorstellung eines Zwischenberichts im August 2018. (Archivbild)

Rund 2.000 Mal haben Beschäftigte von Volkswagen im vergangenen Jahr das interne Whistleblower-System genutzt, um Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten innerhalb des Konzerns zu melden. Nur in wenigen Fällen habe es sich nach entsprechender Prüfung um ernsthafte Verstöße gehandelt, denen intensiv nachgegangen werden musste. Es handele sich dabei um etwa 60 bis 70 Fälle. Das teilte ein VW-Sprecher mit. Die Rechtsvorständin in der Volkswagen-Spitze, Hiltrud Werner, kündigte an, dass das Whistleblower-System noch verbessert werden solle.

US-Aufseher Thompson beendet Prüfungen

Im Diesel-Skandal hat VW unterdessen die Überprüfung durch den US-Aufseher Larry Thompson hinter sich gebracht. Thompson habe dem Unternehmen zum Abschluss seiner Arbeit ein gutes Zeugnis ausgestellt, heißt es. Er hatte mit seinem rund 60-köpfigen Team seit Sommer 2017 beobachtet, ob der Konzern die zugesagten Reformen umsetzt. Seine Bestellung war Teil des Milliardenvergleichs zwischen VW und dem US-Justizministerium. Im Juli habe Thompson bei zivilrechtlichen Fragen ein Fazit der "Bewährungszeit" gezogen, nun sei eine abschließende Bewertung strafrechtlicher Themen erfolgt, so VW.

VW-Rechtsvorständin: Unternehmen hat Verpflichtungen eingehalten

Der frühere Staatssekretär im US-Justizministerium Thompson habe bestätigt, dass Volkswagen ein anderes und besseres Unternehmen geworden sei, sagte Rechtsvorständin Werner. Das Unternehmen habe die mit den US-Behörden vereinbarten Verpflichtungen eingehalten und an der internen Regeltreue gearbeitet. Dafür habe VW ein Zertifikat erhalten. Die Optimierung interner Regeltreue- und Whistleblower-Systeme soll allerdings weitergehen: "Das Erreichen des Zertifikats, das er uns ausgestellt hat, ist ein Meilenstein, aber nicht das Ende", erklärte Werner. "Wir werden in gleicher Weise weiterarbeiten."

Bislang musste VW 32 Milliarden Euro zahlen

VW hatte in den USA eingestanden, mit Software-Manipulationen bei der Abgastechnik von Dieselfahrzeugen betrogen zu haben. Bislang musste VW deshalb etwa 32 Milliarden Euro zahlen - den Großteil davon in Nordamerika.

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Der von den US-Behörden bei Volkswagen eingesetzte US-Aufseher Larry Thompson sitzt zusammen mit Hiltrud Werner, Volkswagen-Konzernvorstand für Integrität und Recht, in einem Konferenzraum im Stammwerk von Volkswagen. © dpa - Bildfunk Foto: Holger Hollemann

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.09.2020 | 15:00 Uhr

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