Stand: 20.09.2019 20:10 Uhr

VW: Verzögert sich Prozess gegen Winterkorn?

Der Prozess gegen den früheren VW-Chef Martin Winterkorn verzögert sich wohl weiter. Das Gericht stellt die von der Staatsanwaltschaft ermittelte Zahl der manipulierten Autos infrage. (Archivbild)

Im Verfahren gegen den früheren Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn wegen mutmaßlichen Betrugs im Dieselskandal kommt es erneut zu Verzögerungen. Die für den Fall zuständige Kammer des Landgerichts Braunschweig fordert von der Staatsanwaltschaft in einem zentralen Punkt Nachbesserungen, bevor der Prozess eröffnet wird. Demnach sollen in mehr als neun Millionen Fahrzeugen die Abgaswerte manipuliert worden sein. Diese Zahl stellt die Kammer nach NDR Informationen jedoch infrage.

Anklage "nicht hinreichend ausermittelt"

In einem Schreiben des Gerichts an die Staatsanwälte und die Angeschuldigten heißt es: "Für den überwiegenden Teil der Fahrzeuge dürfte nicht hinreichend ausermittelt sein, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang die Funktion Auswirkungen auf die jeweiligen Stickoxidemissionen der Fahrzeuge und der Einhaltung der Grenzwerte hatte. Das Gericht "erwägt, einen Sachverständigen zu beauftragen". Dieser solle untersuchen, ob in den Steuergeräten der fraglichen Autos eine betrügerische Funktion eingebaut war, ob sie aktiviert war und Einfluss auf die Abgaswerte genommen hat.

Gutachten könnte Prozess um Monate verzögern

Sollte das Gericht bei seiner Auffassung bleiben, kann sich der Prozess um Monate verzögern. Für die Staatsanwaltschaft ist die Ankündigung des Gerichts ein herber Rückschlag. Die Verteidiger hatten ihr in der Vergangenheit mehrfach nachlässige Ermittlungen vorgeworfen.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 20.09.2019 | 18:00 Uhr

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