Stand: 13.03.2019 18:00 Uhr

VW-Tochter Traton doch nicht an die Börse - vorerst

Zwei Tage nach Vorlage der VW-Jahresbilanz steht fest: Der geplante Börsengang der Tochter Traton findet nicht statt - zumindest vorerst. Die Volkswagen AG habe "beschlossen, im gegenwärtigen Marktumfeld bis auf Weiteres davon Abstand zu nehmen, einen Börsengang der Traton SE weiter vorzubereiten", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Final sei die Absage allerdings nicht. "Der Vorstand strebt einen Börsengang der Traton SE bei einem besseren Marktumfeld unverändert an", hieß es weiter.

Sechs Milliarden Erlös bei Börsengang?

Eigentlich war mit einem baldigen Gang an die Börse gerechnet worden. Traton besteht aus den VW-Töchtern MAN und Scania sowie der brasilianischen Nutzfahrzeugtochter. Traton-Vorstandschef Andreas Renschler hatte sich vom Börsengang bis zu sechs Milliarden Euro Erlös erhofft. Er wollte die Lkw-Tochter damit unabhängiger von Entscheidungen aus Wolfsburg machen. In akuter Geldnot steckt Traton derzeit nicht.

Enttäuschung bei Aktionären

Bei den VW-Aktionären überwog Enttäuschung über die Entscheidung: Die Vorzüge gaben ihre Kursgewinne von 1,7 Prozent ab und drehten zeitweise ins Minus. Eigentlich haben Lkw-Hersteller gerade Hochkonjunktur, weil viele große Nutzfahrzeugmärkte rund um die Welt brummen und auch Problemregionen wieder Fuß fassten. Allerdings war die Stimmung an den Börsen in den vergangenen Monaten wechselhaft. Das erhöht das Risiko, nicht genug bei einem Börsengang zu erlösen. Die Nutzfahrzeugbranche ist stark konjunkturanfällig - mit den düsteren Aussichten in der Weltwirtschaft könnten sich in den kommenden Quartalen auch die Branchenaussichten wieder eintrüben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 13.03.2019 | 17:00 Uhr

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